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Pilgerausweis Compostela Pilgerführer Pilgersaison Vorbereitung Herbergsregeln Gelddinge AusrüstungTrinken, trinken Weh-Wehchen Krisen Fahrradpilger Telefon Zelten Hunde Hin- und Rückreise Gepäck nach Santiago vorausschicken |
Der Tourist verlangt, der Pilger dankt!
Bedenken Sie bitte, daß ihre Pilgerfahrt erst durch den selbstlosen Einsatz
vieler ehrenamtlicher Helfer möglich wird.
Bitte gleich an Ort und Stelle Schließung oder Neueröffnung von Herbergen
und deren Zustand aufschreiben und mir zuschicken.
Ganz wichtig sind die saisonalen Öffnungszeiten der
Herbergen und deren Tel.-Nr.! Manche Herbergen sind ganzjährig und andere
nur einige Monate im Sommer geöffnet. Die Angaben hierzu widersprechen
einander teilweise. Ebenso gibt es unterschiedliche oder fehlende Angaben
zu den Tel.-Nr. Die Ihnen nachfolgenden Pilger werden für korrekte Infos
dankbar sein.
Für den Fall, daß Sie mal in der Herberge keinen Platz finden, sind (soweit
bekannt) Ausweichquartiere in kleinen Pensionen (Hostales) oder Hotels
angegeben. Bei den größeren Städten konnte ich
natürlich nur eine willkürliche Auswahl treffen.
Bitte haben Sie Verständnis, daß ich bei den Unterkünften in den
Hostales und Hotels keine Preise angegeben kann. Die Preise sind saisonal
unterschiedlich und ändern sich ständig von Jahr zu Jahr. Selbst
innerhalb eines Hauses gibt es Preisunterschiede je nach Größe,
Ausstattung und Komfort des Zimmers, Einzel- oder Doppelzimmer
oder gar Mehrbettzimmer, mit eigener Naßzelle oder
Gemeinschafts-Dusche/WC auf dem Flur, mit oder ohne Frühstück
usw. Bei kleineren Betrieben werden die Preise manchmal je nach
geschätzter finanzieller Leistungsfähigkeit des
Pilgers durch den Inhaber spontan festgesetzt. Und das wichtigste: Wie soll ich
bei der riesigen Anzahl unterschiedlicher Unterkünfte an die
Preise herankommen und sie stets aktuell halten?
Unmöglich!!
Regelmäßig gibt es eine Neuauflage, in die die Erfahrungen und
Hinweise der zurückgekehrten Pilger eingearbeitet
werden.
Möge der Hl. Jakobus Ihnen beistehen!

Pilgerausweis (Credencial)
Unverzichtbar ist auf jeden Fall der Pilgerausweis
(Credencial)!
Rechtzeitig (ca. 4 Wochen vor Ihrer Abreise) besorgen! In den
Herbergen erhalten Sie ohne diesen Pilgerausweis keine
Unterkunft!!
Hier können Sie ein Formular herunterladen, mit dem Sie den erforderlichen
Pilgerausweis (Credencial) und Unterkunftsverzeichnisse für
verschiedene Caminos sowie Ihre Pilgermuschel (Jakobsmuschel) online
oder per Post bei unserem Pilgerbüro bestellen können.
Bestellformular hier herunterladen
Bitte schicken Sie uns Ihre Bestellung bereits einige Wochen vor Ihrer Abreise per Post oder besser
per Mail zu. Sie ersparen damit den ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen in unserem Pilgerbüro viel
Streß!
Schicken Sie Ihr Bestellformular bitte
nicht an
Jochen Schmidtke sondern nur an unser Pilgerbüro!
Jochen hat keine Materialien. Die hat nur unser Pilgerbüro!
Besorgen Sie sich für Ihr Credencial eine wasserdichte Hülle (z.B. Toppits
Ziploc-Gefrierbeutel – die gibt’s z.B. bei Schlecker). Das sind
mit Reißverschluß versehene Gefrierbeutel. Es wäre
doch schade, wenn der Pilgerausweis mal naß würde und die auf dem Weg
gesammelten dekorativen Stempel verlaufen.
Das „Credencial” ist der Nachweis für die Ausstellung der
„Compostela” am Ende der Pilgerfahrt in Santiago de
Compostela.
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Compostela
Diese begehrte Pilgerurkunde erhalten die
Pilger im Pilgerbüro neben der Kathedrale in Santiago, wenn sie
mindestens die letzten 100 km zu Fuß bzw. 200 km vor Santiago
mit dem Pferd oder Fahrrad auf welchem Camino auch immer zurückgelegt
haben (auf dem Camino Francés also ab Sarría bzw. ab Ponferrada).
Nachweis über die Stempel im Credencial.
Verlautbarung des Pilgerbüros in Santiago zu
Credenciál
und Compostela
Für die Ausstellung der Compostela werden nur die Stempel auf diesen letzten
100 km (bzw. 200 km) gewertet. Wer eine längere Strecke auf dem Camino
zurücklegt und unterwegs viele der manchmal recht dekorativen Stempel sammeln
will, sollte sein Credencial durch Einkleben „verlängern”
oder sich ein zweites Credencial in den Herbergen der größeren
Städte besorgen. Die Stempel erhalten Sie in den Refugios, Klöstern und Kirchen
unterwegs und manchmal werben auch Bars mit schönen Stempeln. Achten
Sie darauf, daß das jeweilige Tagesdatum (fecha) eingetragen wird.
Achtung! Weil immer mehr Bus- oder Autotouristen
versuchen, sich die Compostela zu erschleichen, überprüft das
Pilgerbüro in Santiago vor Erteilung der Compostela die Stempel im
Pilgerausweis genauer. Deshalb sind bei Pilgern, die ihre Pilgerung erst
auf den letzten 100/200 km vor Santiago de Compostela beginnen,
2 Stempel pro Tag erforderlich. Für Pilger, die ihre Pilgerung
außerhalb des 100/200 km-Radius beginnen, genügt weiterhin nur
ein Stempel pro Tag.
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Pilgerführer
Der Camino ist mit gelben Pfeilen liebevoll und meist sehr gut markiert. Wenn Sie die
Augen offenhalten, werden Sie sich nicht verirren. Eigentlich
bräuchten Sie deshalb keinen Wanderführer.
Es werden im Zuge des Pilgerbooms inzwischen grottenhaft schlechte
Pilgerführer auf den Markt geworfen. Schlecht recherchiert und mit
teilweise veralteten Infos zu den Unterkünften.
Die beiden nachfolgenden Pilgerführer kann ich uneingeschränkt
zum Mitnehmen empfehlen:
Entweder
das Outdoor-Buch Nr. 23
„Jakobsweg - Camino Francés” von Raimund Joos. Am Anfang eines
jeden Jahres kommt eine aktualisierte Ausgabe heraus.
(Weil entlang des Camino Francés in den vergangenen Jahren so viele neue
Herbergen entstanden sind, sah sich Raimund Joos gezwungen, den Camino
Aragonés aus seinem Pilgerführer für den Camino Francés
herauszunehmen um das Büchlein nicht zu dick werden zu lassen. Aber
er bietet einen Download der
Wegbeschreibung des Camino Aragonés vom Somport-Paß bis Obanos an.)
oder
„Spanischer Jakobsweg” von
Cordula Rabe aus dem Rother-Verlag. Diese Buch wird im Rhytmus von 2 Jahren
aktualisiert herausgegeben.
Achten Sie also beim Kauf auf das Ausgabejahr!
Beide enthalten ausführliche und zuverlässige Wegbeschreibungen und
Höhenprofile und Kartenskizzen zu den einzelnen Etappen, die
jedoch recht grob sind und nur der groben Orientierung dienen. Auch enthalten
sie kulturelle Infos (allerdings nur in Kurzform) und passen in jede
Hosentasche.
Für kulturell Interessierte:
Der „Praktische
Reiseführer für den Pilger” von José María Jaén
aus dem Everest-Verlag ist als Wanderführer weniger gut und auch weniger
aktuell, bietet jedoch recht ausführliche Informationen zu Geschichte,
Kultur und Sehenswürdigkeiten am Jakobsweg. Ist aber mit ca.
680 Gramm viel zu schwer zum mitschleppen. Ich empfehle, die einzelnen Seiten mit
den Geschichts- und Kultur-Infos herauszureißen und mitzunehmen. Die
einzelnen Blätter kann man dann nach und nach wegwerfen. (Zurück zuhause
kann man ja bei Bedarf ein neues Buch kaufen.) Die Wegebeschreibung ist weniger
gut. Recht praktisch sind aber die beigefügten einzelnen
Kartenblätter in einer separaten Klarsichttasche.
Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß unser „Gelbes Heft”
kein Pilgerführer ist!! Es ist lediglich ein
Unterkunftsverzeichnis! (ca. 65 gr.) Es wird ständig mit Infos
zurückkehrender Pilger über neu entstandene Herbergen
aktualisiert und ist daher aktueller als alle im Buchhandel
erhältlichen Pilgerführer und weist zudem noch viele
Alternativunterkünfte (Hostales, Pensionen und Hotels) auf. Damit
sind Sie bei der Unterkunftsuche allen Mitpilgern immer eine
Nasenlänge voraus. Sie sollten es also zusätzlich zu
Ihrem Pilgerführer mitnehmen.
Zur Einstimmung empfehle ich das Buch „Jakobsweg – Wandern auf dem
Himmelspfad” von Carmen Rohrbach. Die Verfasserin ist
bekennende Atheïstin und hat vielleicht gerade deshalb die
Stimmung auf dem Camino so gut getroffen. Einschränkung: Frau
Rohrbach ist den Camino 1990 gegangen. Seither hat sich auf dem Wege sehr viel
verändert. Leider nicht nur zum Positiven!
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Pilgersaison
In den Monaten Juli und August sind die spanischen Ferien. Dann sind auch viele
Spanier unterwegs und viele Herbergen überlaufen und es findet
unterwegs ein regelrechter Wettlauf um die Betten statt.
Besonders auf den letzten 100 km (Camino Francés ab Sarría)!
Statistik
Sie sehen in der Statistik, daß 2010 38% aller Pilger (die meisten sind Spanier) in
den Monaten Juli und August in Santiago angekommen sind. Der Weg und die Herbergen
sind in diesen Monaten dementsprechend voll. (Es gibt aber in letzter Zeit
einen Trend, daß viele Pilger die stark frequentierten Monate Juli und
August meiden und auf die anderen Monate ausweichen.)
Außerdem kann es sehr heiß werden. Es empfiehlt sich daher,
außerhalb dieser Monate zu gehen. Andererseits sind in den
Wintermonaten viele Herbergen geschlossen.
Soweit Infos dazu verfügbar waren, sind die saisonalen
Öffnungszeiten der Herbergen in unserem
Unterkunftsverzeichnis angegeben. Pilger, die vor dem 15. Juni und
nach dem 15. September unterwegs sind, sollten sich vor dem Abmarsch
vergewissern, ob die Herberge am Zielort (besonders in den kleineren
Orten) tatsächlich geöffnet hat.
Winterpilger Achtung! Auch wenn in meinem
Unterkunftsverzeichnis angegeben ist, daß die Herberge
ganzjährig geöffnet hat: Besonders die Betreiber der kleinen
Herbergen öffnen ihre Herberge im Winter manchmal nur je nach
Tageslaune.
Im Herbst und Winter und im frühen Frühling können Sie bei den
Gebirgspassagen und in der ca. 850 m hohen Hochebene
„Meseta” zwischen Burgos und León Probleme mit Kälte und
Schnee und im Sommer mit Hitze bekommen!
Von Saint-Jean-Pied-de-Port (SJPdP) bis Santiago (SdC) braucht man je nach Kondition
5-6 Wochen. Wenn Sie also Mitte Mai in SJPdP losgehen sind Sie Ende Juni in SdC.
Also kurz vor dem „großen Run”!
In den spanischen Ferien (Juli/August) sind ab León alle Refugios
überlaufen.
Viele Pilger beginnen ihre Pilgerfahrt in den großen Städten Pamplona,
Burgos, León. Und das am Wochenende. Entsprechend voll sind dann die
Herbergen in diesen Orten.
Tip: Planen Sie Ihre Etappen (zumindest in der Hauptpilgerzeit und an den
Wochenenden) so, daß Sie nicht in den großen Städten
übernachten müssen. Im Dorf davor oder dahinter gibt es deutlich
eher freie Betten!
Da man als Fußpilger nur die letzten 100 km
(= 4 – 5 Tage) auf dem Camino zurücklegen muß,
um die Voraussetzungen für die Compostela zu erfüllen, gibt es
sehr viele 100 km–Läufer, die nur das letzte Stück (auf dem Camino
Francés also ab Sarría) laufen. In den Sommermonaten sieht es auf
diesem Streckenabschnitt manchmal wie auf einem Volkswandertag
aus.
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Vorbereitung
Bereiten Sie sich auf Ihre Pilgerreise gründlich vor. Der Camino ist kein
Spaziergang!! Es geht auf rund 800 km (das sind rund
1,2 Millionen Schritte!!) meist über schroffe
Gebirgspfade, Trampelpfade, Wirtschaftswege und manchmal
leider auch an vielbefahrenen Staatsstraßen entlang. Mehrere
(manchmal recht hohe) Gebirge sind zu überqueren. Auch
kommen Sie durch verschiedene Klimazonen. Beginnen Sie bereits im
Winter, sich mental auf Ihren Camino vorzubereiten. Stimmen Sie sich mit
Büchern über den Camino ein. Es gibt inzwischen sehr viel (mehr oder
weniger gute) Literatur zum und über den Camino.
Mit seinem Buch
„Pilgern” gibt Raimund
Joos, der Verfasser mehrerer Pilgerführer wertvolle Tips zur Vorbereitung
der Pilgerreise.
Alles was Sie auf dem Camino im Rucksack mit sich tragen wollen, benötigen
Sie in Ihrem Alltag zuhause nicht. Sie können also Wochen voraus ihren
Rucksack so vollständig packen, wie Sie ihn auf dem Camino tragen
wollen. Beginnen Sie bereits einige Wochen vor der Abreise Ihr intensives
Training mit vollem Gepäck und in den Schuhen, die Sie auf dem Camino tragen
wollen. Auch wenn es doof aussehen mag: Machen Sie Ihre
Abendspaziergänge und Ihre Wochenendwanderung mit dem
fertig gepackten Rucksack und in den Schuhen, die Sie auf dem Camino tragen wollen.
So können Sie feststellen, ob Sie richtig gepackt haben. Auch Ihre
Wanderschuhe laufen Sie dabei gut ein. Außerdem gewöhnt Ihr
Körper sich an das Gepäck auf dem Rücken.
So tragen Sie Ihren Rucksack richtig:
Besuchen Sie rechtzeitig vor der Abreise Ihren Zahnarzt. Lassen Sie sich von Ihrem
Arzt untersuchen, ob Sie sich diese Strapazen zumuten können (Wenn
ich Strapazen sage, dann meine ich es auch so!!).
Seien Sie bei der Festlegung Ihrer Tagesetappen
nicht zu ehrgeizig! 20 km Tagesleistung mit vollem Gepäck
können je nach Geländestruktur, Wegebeschaffenheit, Wind und
Wetter sowie persönlicher Tagesform schon eine recht stramme
Leistung sein. Sie wollen doch nicht über den Camino hetzen!
Ein Experte zur täglichen
Marschleistung
Wenn Ihre Urlaubstage knapp sind, überlegen Sie, ob es dann nicht besser ist, trotz
der langen Anfahrt den Camino in 2 oder mehreren Jahresetappen zu
machen.
Wenn Sie vor Antritt Ihrer Pilgerfahrt einen spanischen Sprachkursus
belegen, bereichern Sie Ihre Erfahrungen auf dem Camino
beträchtlich. Wie schön ist es doch, wenn Sie mit den
Einheimischen Kontakt aufnehmen können.
Unbedingt sollten Sie ein kleines Wörterbuch für die Hosentasche oder
gleich den Kleinen
Pilgersprachführer von Raimund Joos mitnehmen.
Mit Englisch werden Sie unterwegs bei den Einheimischen wenig Glück
haben. Eher mit Französisch. In den Herbergen finden Sie aber immer
jemanden, der Englisch oder vielleicht sogar Deutsch spricht.
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Herbergsregeln
Die Zuteilung der Schlafplätze in den Herbergen erfolgt nach dem
„Windhund-Prinzip” d.h. in der Reihenfolge der Ankunft.
Reservierungen sind ausgeschlossen (Manche privaten
Herbergen halten sich aber nicht an diese Regeln und nehmen
Reservierungen an). Das bedeutet, daß die jungen und kräftigen
Pilger (und die Radfahrer, die eigentlich erst nach 18:00 h
eingelassen werden sollten) die Betten oft schon belegt haben, wenn die
älteren und nicht so schnellen Fußpilger eintreffen. Das
sind aber nun mal die Regeln.
Es ist nicht erlaubt, mehrere Schlafplätze für nachkommende
Mitpilger zu belegen. Um den eigenen Schlafplatz als „belegt” zu
kennzeichnen, legt man seinen Schlafsack auf seinen Schlafplatz (Jeder
Pilger hat nur einen einzigen Schlafsack dabei!). Weitere
Schlafplätze für später kommende Mitpilger als
„belegt” mit Kleidungsstücken und sonstigen Utensilien zu
kennzeichnen, zählt nicht! (Wie beim „Handtuchkrieg” auf
Mallorca)
Die Unterkunft in den Pilgerherbergen ist immer nur für eine Nacht. In
Fällen von Krankheit oder höherer Gewalt maximal 3 Nächte.
Pilger, die ein Begleitfahrzeug zum Transport ihres Gepäcks
benutzen, verstoßen gegen die Regeln und sind nicht berechtigt, in den
Refugios zu übernachten! Erst recht ist untersagt, daß die Fahrer
von Begleitfahrzeugen in den Refugien die Betten reservieren und
evtl. gar selbst dort übernachten. „Dagegen wird aber leider oft verstoßen.
Es ist sogar zu beobachten, daß sog. ‚Autopilger’ sich ein
Bett in den Pilgerherbergen erschleichen.”(4)
Herbergsschnorrer
Der Rucksack gehört nicht aufs Bett!! Unterwegs bei einer Rast wird der
Rucksack gelegentlich auf dem Erdboden abgelegt. Dann kriechen
Tierchen in den Rucksack. In der Herberge auf dem Bett kriechen die
Tierchen dann wieder heraus und in Ihr Bett.
Falls Sie Mitglied im Deutschen Jugendherbergswerk sind, nehmen Sie Ihren
JH-Mitgliedsausweis mit. Es gibt einige Jugendherbergen auf dem
Camino. In den Jugendherbergen des Internationalen
Jugendherbergswerkes darf man nur mit
Jugendherbergsausweis übernachten. Soweit ich weiß,
akzeptieren die Jugendherbergen auf dem Camino auch das Credencial.
Was viele nicht wissen: Auch als älterer Mensch darf man in
Jugendherbergen übernachten sofern man einen
Jugendherbergsausweis hat.
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Geld
So traurig es ist: Es kommt gelegentlich zu Diebstählen unterwegs und sogar
in den Herbergen. Die Pilger sind für die Kleinkriminellen
ideale Opfer: Sie sind in ihrer Euphorie allzu vertrauensselig bis
leichtsinnig gegen jedermann und vergessen oder verdrängen
das gesunde Mißtrauen. Ganoven verkleiden sich als Pilger und
mischen sich unterwegs und in den Herbergen unter die Pilger um sie zu
bestehlen. Ich habe aber auch gehört, daß die Guardia Civil sich
ebenfalls als Pilger verkleidet und unter die Pilger mischt, um die
Ganoven zu fangen. Hin und wieder sieht man unterwegs Steckbriefe von
solchen Ganoven.
Tragen Sie Ihre wichtigen Dokumente, Ausweispapiere, Flugkarten, Bargeld
und besonders die Sparkassen- und Kreditkarten in einer
(wasserdichten) Bauchtasche unter Ihrer Kleidung.
Nie in einer Gürtel- bzw.
„Känguruhtasche” vor dem Bauch. Die Diebe vermuten als
erstes, daß Sie Ihre Wertsachen hier aufbewahren. Die offen
getragene „Känguruhtasche” vor dem Bauch ist ihnen
ruck-zuck abgeschnitten. (Stichwort Gurtabschneider)
Tragen Sie Ihre Bauchtasche auch in der Nacht im Schlafsack an Ihrem Leib.
Lassen Sie Ihre Bauchtasche und Ihre Wertsachen (Fotoapparat usw.)
NIE im Schlafsack, selbst wenn Sie nur mal eben auf die
Toilette oder zum Duschen gehen!! Das ist ein alter Trick und dort suchen die Diebe
zuerst! Nehmen Sie also Ihre Bauchtasche und Ihre Wertsachen auch auf die
Toilette und in die Duschkabine mit! Lassen Sie niemals ihren Rucksack
unbewacht vor der Bar stehen, auch wenn Sie nur mal schnell auf die Toilette
gehen! Wenn Sie zurückkommen, ist der Dieb mit Ihrem Rucksack meist schon
über alle Berge.
Man muß auch feststellen, daß Pilger neben Bargeld, Schecks, Geldkarten und
Kreditkarten viele für Diebe attraktive Dinge bei sich haben:
Mobiltelefon samt Ladegerät, einen teuren Fotoapparat, einen
meist recht teuren Rucksack, einen ebenso meist teuren Schlafsack, teure
Funktionsbekleidung, hochwertige Schuhe usw. Alles Dinge, die man gut
verscherbeln kann. In Outdoor-Läden und Schlüsseldiensten gibt es
Zahlenschlösser, bei denen man die Zahlenkombination (z.b. Ihren
Geburtstag) selbst einstellen kann, in Kombination mit hochflexiblen
Stahlseilen. Damit kann man sein Gepäck bei einer Rast oder in der Herberge an
einen festen Gegenstand anschließen und so gegen den schnellen
Diebstahl schützen. Diese Schlösser können Sie auch in Ihrem
Alltag gut gebrauchen.
Beispiel
Fahrradfahrer sollten besonders vorsichtig sein: Mit ihrem meist hochwertigen
Fahrrad und den gefüllten Packtaschen stellen Sie dem Dieb sogar das
Flucht- und Transportfahrzeug bereit!
Diebstahl auf dem Camino How to Avoid Theft (Englisch)
Tragen Sie nur den Tagesbedarf an Bargeld in ihrer Geldbörse. Mit der EC-Karte
erhalten Sie problemlos Bargeld an den Automaten. Diese gibt es aber nur in den
größeren Orten. Deshalb empfiehlt es sich, immer eine ausreichende
Menge Bargeld dabei zu haben.
Holen Sie nach Möglichkeit nur Geld aus den Automaten, wenn die Bank
geöffnet hat (Öffnungszeiten Mo-Fr 9:00-14:00h). Dann können Sie bei
Fehlfunktion des Automaten gleich in der Bank reklamieren. Als ich
einmal Geld am Automaten abholen wollte, ist der Apparat mitten im Vorgang
abgestürzt. Meine Karte blieb auch drinnen. Da ich ja nur während der
Öffnungszeiten der Bank den Automaten bediene, konnte ich sofort einen
Bankangestellten alarmieren, der meine Karte aus dem Automaten holte.
Was wäre, wenn das an einem Freitag abend geschehen wäre? Ich hätte
bis zum Montag warten müssen! Verlassen Sie sich aber nicht
ausschließlich auf die EC-Karte! Nehmen Sie vorsorglich für den
Notfall noch Euro-Reiseschecks in ausreichender Höhe mit. Falls Sie
diese nicht einsetzen müssen, können Sie die für die nächste Reise
aufbewahren oder wieder einlösen. Die geringe Gebühr dafür (1% des
Wertes) sollte es Ihnen wert sein!
!! Nichts ist schrecklicher, als in der Fremde ohne
Geld dazustehen !!
Pech am Geldautomaten
Vorsicht beim Geldkartengebrauch (VISA, Master- und Eurocard) in ganz Spanien! Im
Hotel- und Gaststättengewerbe ist eine Mafia aktiv, die Daten von
Geldkarten kopiert und umgehend neue Karten anfertigt, mit denen die Konten
abgeräumt werden. Auch Falschgeld ist in Spanien und Portugal ein Problem. Die
Fälschungen sind sehr gut gemacht und nur mit einem
Prüfgerät zu erkennen.
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Ausrüstung
Nehmen Sie lieber etwas zuwenig als zuviel mit. Sie glauben nicht, auf wie viele
scheinbar unverzichtbare Dinge Sie verzichten können. Denken Sie daran,
daß Sie alles über viele Kilometer bergauf - bergab auf dem
Rücken schleppen müssen! Und das über 800 km! Wenn Sie
unterwegs erkennen, daß Sie einen Ausrüstungsgegenstand
wirklich dringend brauchen, können Sie diesen in den Städten am Wege
kaufen. Sie gehen ja nicht in die Sahara!
Legen Sie jedes einzelne Teil auf Ihre Küchenwaage und entscheiden
Sie, ob Sie es mitnehmen oder nicht oder ob es auch ein leichteres Teil tut.
Nehmen Sie Ihre Kosmetik- und Hygiene-Artikel nur in Kleinstpackungen (wie man
sie in Drogerien und Apotheken als Proben geschenkt bekommt) mit.
Wenn die Packungen aufgebraucht sind, können Sie den Vorrat in den
nächsten Städten ja wieder aufstocken.
Geizen Sie mit jedem Gramm! Das Gewicht des voll gepackten
Rucksackes (ohne Verpflegung und Wasser) sollte maximal
10% des Körpergewichts betragen! Ich weiß, das ist wenig,
aber möglich. Ein zu schwerer Rucksack kann einem den ganzen Camino
vermiesen!
Packliste von Rudolf Fischer Mit wie wenig man auskommt!
Ich habe auf meinen drei Caminos und während meiner Zeiten als Hospitalero in
Pamplona genügend Pilger gesehen, die wegen körperlicher
Probleme einige Tage aussetzen oder gar die ganze Pilgerfahrt
abbrechen mußten (Ursache meist zu ehrgeizige
Tagesetappen und/oder zu viel Gepäck!).
Ein Schlafsack ist unbedingt mitzunehmen. In manchen Refugios gibt es keine Decken.
Winterpilger Achtung! Unbedingt einen warmen (bis 0°C) Schlafsack
mitnehmen. Nur wenige Herbergen, die im Winter geöffnet haben, sind auch
geheizt! Andererseits empfehlen erfahrene Wanderer in den
Sommermonaten einen dünnen Seidenschlafsack. Wenn es mal kalt
werden sollte, kann man ja in voller Montur in den Schlafsack schlüpfen.
Welcher Schlafsack?
Hygienebewußte sollten ein ganz leichtes Spannbettuch mitnehmen. Vor
Ihnen haben schon viele Leute auf der gleichen Matraze genächtigt!
Wenn Sie nicht gerade in den Hauptpilgermonaten Juli und August gehen, brauchen
Sie keine Iso-Matte mitzunehmen. Selbst wenn Sie mal kein Bett bekommen, wird sich meist
eine Matratze finden auf der Sie auf dem Fußboden schlafen können. Und
wenn wirklich mal alle Stricke reißen, können Sie einen Mitpilger, der
ein Bett bekommen hat, um seine Iso-Matte für die Nacht bitten.
Der Alpenverein empfiehlt dringend, auf Bekleidung in „Tarnfarben” zu
verzichten. Ein verunglückter Wanderer an unwegsamer Stelle in grellen
Leuchtfarben ist im Notfall leichter zu entdecken.
Tragen Sie unterwegs die Jakobsmuschel sichtbar. Sie öffnet Ihnen viele Herzen
und Türen.
Ohrenstöpsel sind wichtig! Sie glauben nicht, welch kräftiges
Schnarchkonzert die Pilger in der Nacht veranstalten! Evtl. auch eine
Augenbinde wie man sie aus dem Flugzeug kennt. Bereits gegen 4:30 h
beginnen die ersten Wecker zu klingeln und die ersten Leute stehen um diese Uhrzeit
tatsächlich schon auf und beginnen ohne Rücksicht auf die Schläfer
sich fertig zu machen und zu packen.
Praktisch sind 2 Leinenbeutel für die Wäsche. Einen für die
saubere und den anderen für die schmutzige Wäsche. Das hält nicht nur
Ordnung im Rucksack, die gefüllten Beutel kann man notfalls auch als
Kopfkissen benutzen.
Zwei dünnere Pullover wärmen besser als ein dicker. Man ist damit auch
flexibler. Praktisch ist eine stabile Trekking-Hose mit abnehmbaren
Hosenbeinen und vielen geräumigen Hosentaschen. (Traveller Shops bzw.
Sportgeschäfte)
Allgemein wird von Jeans abgeraten. Die sind schwer und trocknen nur langsam.
Außerdem scheuern die dicken Nähte.
Eine leichte Schirmmütze mit Ohren- und Nackenschutz gegen die Sonne, wie die
Fremdenlegionäre sie tragen, ist vielleicht praktischer als ein
sperriger Hut.
Auf einen besonderen Nachtanzug können Sie verzichten. Tragen Sie als
Nachtanzug Ihr T-Shirt und die Unterhose, die Sie am nächsten Tag tragen
wollen. Die T-Shirts sollten besser nicht weiß sein.
Nach einigen Tagen sehen die ursprünglich weißen T-Shirts ohnehin schmuddelig
aus.
Für kalte Tage sollten Sie
Beinlinge und Armlinge (wie die Radsportler sie tragen) mitnehmen. Fragen Sie
danach in Radsportgeschäften. Das sind quasi „abgeschnittene”
Hosenbeine bzw. Ärmel. Die wiegen fast nichts, werden Ihnen aber bei Kälte
nützlich sein. Damit verwandeln Sie Ihr kurzärmliges T-Shirt in
ein langarmiges Hemd und Ihre kurze Unterhose in eine lange
Unterhose. Wichtig ist auch, daß die Unterhose keine dicken Nähte im
Schritt hat!
Schuhe: gut eingelaufene nicht zu schwere knöchelhohe
Wanderschuhe 1½ -2 Nummern größer als die
normale Schuhgröße!! Am Abend kaufen, da dann die Füße dicker sind.
Zusätzlich stabile Sandalen. Tip: Teva, Modell Terra FI.Die Königsklasse! Es gibt sie in Damen- und
Herrenausführung. Teuer, aber Sie werden lange Jahre auch in Ihrem Alltag
Freude daran haben! Leider wiegt ein Paar rund 600 Gramm.
Die meisten Rucksackreisenden haben solche Sandalen dabei. Damit
können Sie sogar durch Wasser laufen.
Leichter sind die neuerdings erhältlichen Crocs Off Road-Sandalen.
Die wiegen nur rund 350 Gramm das Paar.
Beide Arten von Sandalen erhält man in Wander- und
Trecking-Läden.
Link zu Globetrotter
Teva Terra Fi 3 Männer und Teva Terra Fi 3
Frauen
Ihre Füße werden es Ihnen danken, wenn Sie bei gutem Wetter und auf
geebneten Wegen sowie in den Refugios und beim abendlichen
Spaziergang durch den Ort mal die Wanderschuhe ausziehen und in die
Sandalen schlüpfen können.
Welches ist der richtige Schuh?
Sehr wichtig sind faltenlos sitzende Strümpfe. Lassen Sie sich in einem
Sportgeschäft beraten. Manche erfahrene Wanderer schwören auch auf
Seidenstrümpfe unter den Wollsocken.
Regenzeug! Besonders bei den Gebirgspassagen und in
Galicien müssen Sie mit Regen rechnen.
Ein kräftiger Wanderstock ist auf schwierigen Gebirgspassagen aber
auch auf den übrigen Strecken recht hilfreich. Viele Pilger bevorzugen
sogar, mit zwei Teleskop-Stöcken zu gehen.
Sonnenschutzmittel und Sonnenbrille sowie Lippen-Balsam nicht
vergessen.
Einige Müsliriegel als Notverpflegung sind recht kalorienreich,
sättigend und nicht schwer zu tragen. Als Zwischenmahlzeit für unterwegs
eignen sich auch Trockenfrüchte gut.
Ein Taschenmesser
(z. B. Victorinox Picknicker-W Best.Nr.0.8853.W.) mit
ca. 8 cm langer feststellbarer Wellenschliff-Klinge, Kapselheber,
Dosenöffner, Schraubendreher und Korkenzieher - für den Wein am
Abend! :-)
Nähzeug, Erste-Hilfe-Set, Reise-Waschmittel und eine lange Schnur als
Wäscheleine mit Sicherheitsnadeln als Ersatz für
Wäscheklammern. In vielen Herbergen finden Sie Waschmaschinen (aber kein
Waschpulver! Viele Läden haben Waschmaschinenpulver in
Kleinpackungen oder in Würfeln) und manchmal sogar Trockner.
Allerdings sind die Geräte häufig defekt oder von anderen Pilgern
bereits belegt. Nutzen Sie also sofort die Gelegenheit, wenn Sie auf eine
funktionierende und noch nicht belegte Maschine treffen.
Gut sind auch die besonderen Reisehandtücher, die man in
Sportgeschäften bekommt. Sie sind leicht, platz- und gewichtssparend und
trocknen schnell. Einfache Geschirrtücher tun’s aber auch.
Eine kleine Packung Toilettenpapier. Oft ist kein Papier auf dem Klo!
Nehmen Sie auch eine leichte Taschenlampe mit.
Vergessen Sie nicht, von zuhause einen kleinen Stein mitzunehmen. Es ist Brauch,
daß die Pilger diesen Stein auf den großen Steinhaufen mit dem eisernen Kreuz
auf dem O´Cebreiro werfen als Symbol für ihre Sünden, die Sie hier
abladen.
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Trinken, trinken, trinken!
Viele gesundheitliche Probleme haben ihre Ursache in zu wenig Trinken! Da es
inzwischen unterwegs viele Brunnen und Wasser-Zapfstellen gibt, reicht eine
1-Liter-(PET)-Wasserflasche aus. Vorsicht an Brunnen! Die Brunnen innerhalb der
Ortschaften sind meist an das örtliche Trinkwassernetz
angeschlossen. Daraus können Sie unbesorgt trinken und Ihre
Wasserflasche auffüllen. Anders bei Quellen in
landwirtschaftlich genutzten Außengebieten. Die Bauern
gehen sehr großzügig mit Pestiziden um. Entsprechend ist das
Grundwasser belastet.
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Weh-Wehchen
Nehmen Sie unbedingt die Europäische Krankenversichertenkarte
(EHIC) mit!
Verkneifen Sie es sich, Ihre heißen Füße unterwegs im Wasser zu
kühlen. Die Haut weicht auf und wird anfällig für Scheuerstellen und
Blasen. Pflegen Sie Ihre Füße am Abend in der Herberge ausführlich.
Ganz wichtig! Hirschtalg, erhältlich in Drogerien und
Apotheken. Sehr beliebt bei Wanderern und Soldaten. Reiben Sie damit
täglich am Morgen vor dem Abmarsch die Fußsohlen, Fersen und die Zehen
(oben und unten und in den Zwischenräumen) und den Schritt (gegen den
„Wolf”) ein. Wenn der Schaden bereits eingetreten ist, hilft es
nicht mehr!
Bei Blasen wird ein sog. „Wunderpflaster” empfohlen. Es ist
eigentlich kein Pflaster, sondern eine ‚elastische
Klebebinde’, die Fuß oder Bein besseren Halt geben soll. Sie
heißt „Optiplaste®C”. Die Binde ist 2,50 m
lang, und läßt sich bis zu 4,50 m dehnen. Auf mehreren Pilgertouren
der letzten Jahre hat es sich bestens bewährt, vor allem bei sehr großen
Blasen, wo „Compeed” nicht mehr hilft.
Blasen aufschneiden führt fast immer zur Zwangspause. Auf rohem Fleisch kann
man nicht laufen und muss warten, bis die Stellen verheilen (wenigstens 5 Tage). Das
Aufstechen mit einer sauberen Nadel ist weniger gefährlich, muß
jedoch regelmäßig wiederholt werden, da sie wieder voll laufen. Die
Blasen trocknen innerhalb von 2 bis 3 Tagen aus, dann läuft es sich wieder
besser. Zum Desinfizieren empfehle ich Jodsalbe, die brennt nicht so
stark.
Ein guter und ausführlicher Artikel zum Thema Blasen: Sack und Pack
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Krisen – körperlich und seelisch

Ohne Schmerz kein Ruhm!
Wahrscheinlich werden Sie auf Ihrem Camino Krisensituationen
durchstehen müssen! Da sitzen Sie vielleicht völlig erschöpft und
naß und frierend, mit schmerzenden Gliedern und Blasen an den
Füßen am Wegesrand und fragen sich: „Warum tue ich mir dieses alles
nur an?” Lassen Sie sich davon nicht unterkriegen! Das geht vorbei. In den
nächsten Tagen werden Sie froh sein, daß Sie nicht aufgegeben haben.
Die meisten Pilger berichten, daß sie unterwegs solche Krisen
durchgemacht und auch wieder überwunden haben.
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Fahrradpilger

Radfahrer sollen erst nach 18:00 h eingelassen werden. Häufig
werden sie erst ab 19:00 h oder sogar erst ab 20:00 h eingelassen. Sie
müssen daher fast immer mit Fußbodenplätzen vorlieb nehmen. Es
wird wegen des Andranges für sie aber immer schwieriger, überhaupt in den
Herbergen unterzukommen. Manche private Herbergen halten sich
aber nicht an diese Regel und lassen Fahrradpilger schon früher ein.
Weite Strecken des Camino sind mit dem Fahrrad nicht passierbar. Sie
müssen diese Strecken auf Landstraßen oder gar auf der stark
befahrenen Staatsstraße zurücklegen.
Wenn Sie Ihr Fahrrad eine Strecke mit dem Bus transportieren wollen,
müssen Sie die Kette mit einem kräftigen Stück Plastik-Sack so abdecken,
daß das Gepäck der anderen Passagiere nicht verschmutzt wird. Sonst
nimmt der Busfahrer Ihr Rad nicht mit!
Anmerkung von Michaela und Mario Reinhard aus Steinheim: „Eine
Pilgerfahrt per Fahrrad ist nicht zu empfehlen. Die schönen Strecken sind
mit dem Rad meist nicht zu befahren und km um km auf den stark befahrenen
Nationalstraßen abzuspulen ist weder schön noch besinnlich.
Will man die Pilgerfahrt nutzen um zu sich selbst zu finden und um sich an der Natur
zu erfreuen, sollte man auf alle Fälle zu Fuß pilgern.” Das ist auch
meine Meinung: Per Rad wird der Camino „kastriert”.
Die IBERIA transportiert wegen der gestiegenen
Sicherheitsmaßnahmen Fahrräder nur noch zerlegt in einem
Karton verpackt. Den Karton erhält man am Schalter der IBERIA.
Planen Sie daher viel Zeit vor dem Abflug ein und halten Sie Ihr komplettes
Werkzeug bereit.
Die Fahrrad-Firma: Velocípedo, Rua de San Pedro 23 in Santiago
Tel/Fax: 981-580260, Mail: info@elvelocipedo.com verpackt Ihr Rad in einem
stabilen Radkarton. Es wird auch englisch gesprochen.
Mit geliehenem Fahrrad auf dem Camino
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Telefon
Wenn sie nicht in den Wintermonaten pilgern, lassen Sie Ihr Mobil-Telefon besser
zuhause. In den Unterkünften gibt es kaum Steckdosen und die wenigen sind
meist schon mit anderen Ladegeräten belegt. Es schleichen sich auch
Diebe in die Unterkünfte ein und diese wissen ganz genau, wo die
Steckdosen sind und Mobil-Telefone einschließlich
Ladegerät zum Stehlen bereit stehen. Außerdem müssen Sie
weitere 300 Gramm mit sich schleppen!
Kaufen Sie sich lieber in Spanien eine internationale Telefonkarte (Tabak- und
Zeitschriftengeschäfte). Damit können Sie von jedem
öffentlichen Telefon preiswert mit der Heimat telefonieren.
Wenn Sie allerdings in den Wintermonaten oder auf den anderen nicht so stark
begangenen Caminos pilgern, könnte ein Handy nützlich sein. Oft sind die
diensttuenden Hospitaleros der Herbergen abwesend und müssen
erst herbeitelefoniert werden.
Inzwischen gibt es genügend Internet Cafés (CyberCafés) auf dem
Camino. Manchmal stehen sogar Internet-Automaten in den Herbergen. Auch
von hier können Sie preiswert Kontakt mit der Heimat pflegen.
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Zelten
Für Leute, die zelten wollen:
Eine Liste mit Zeltplätzen auf dem Camino
herunterladen
Rudolf Fischers Bericht zum Zelten auf dem Camino
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Hunde
Ihnen werden die (herrenlosen?) Dorfhunde auffallen, die Sie kläffend
durch das Dorf begleiten. Gehen Sie stur weiter und kümmern Sie sich nicht
um sie. Schauen Sie ihnen nicht in die Augen und fuchteln Sie nicht mit ihrem Stock
herum. Die Hunde werden dadurch nur noch aggressiver. Wenn sie sich Ihnen mal zu
bedrohlich nähern, tun Sie so, als ob Sie einen Stein aufheben und nach
ihnen werfen. Die wissen, daß ein Steinwurf weh tut und werden
respektvoll Abstand halten.
Keinesfalls sollten Sie einen Bauernhof betreten, bevor Sie sicher sind, daß
jemand den Hofhund in Schach hält. Der Hof ist sein Revier und er wird ihn
verbissen verteidigen.
Die Mitnahme Ihres Hundes ist unter den Pilgern – selbst bei
Hundefreunden – sehr umstritten. Viele meinen, das sollten Sie
sich und Ihrem Hund nicht antun. Hunde werden in den meisten Herbergen nicht
eingelassen! Jedoch gibt es hin und wieder (meist private) Herbergen, die
Unterbringungsmöglichkeiten für Tiere haben.
Aber der Hund darf natürlich nicht im Haus oder gar im Schlafsaal
übernachten. Er muß die Nacht meist einsam in einem
Kellerraum, einem Verschlag im Hof oder gar ganz im Freien verbringen!
Das arme Tier!
Unterwegs in den Dörfern dringt Ihr Hund in das Revier der einheimischen
Hunde ein. Die werden ihn mit entsprechend aggressivem Gebell durch das
Dorf begleiten. Welch ein Stress für Ihren Hund!
Wo lassen Sie Ihren Hund, wenn Sie mal eine Kirche oder ein Museum besuchen wollen? Auch
in Restaurants oder Bars müssen Sie meist Ihren Hund draußen lassen (wie
häufig auch bei uns in Deutschland).
In fast allen öffentlichen Verkehrsmitteln darf Ihr Hund nur in
einem speziellen Transportbehälter im laut dröhnenden,
dunklen und kalten Gepäckraum mitfahren. Wollen Sie das Ihrem Hund
wirklich antun?
Bestimmungen der Air Berlin zum Transport von Tieren
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Hin- und Rückreise
Es gibt viele Möglichkeiten für die Hin- und
Rückreise. Ich kann hier deshalb nur einige Vorschläge machen.
Welchen Reiseweg Sie wählen hängt ja auch von Ihrem Wohnort ab.
Anreise nach Saint-Jean-Pied-de-Port:
Mit der Bahn: 8:44 Ab Köln Hbf 11:59 an Paris Nord. Mit der Metro nach
Paris Montparnasse. 15:15 ab Montparnasse. 20:46 an Bayonne. 21:09 ab Bayonne. 22:25 an
Saint-Jean-Pied-de-Port.
Wer eine bessere Anreisemöglichkeit weiß, den bitte ich um Nachricht.
Mit dem Flugzeug:
Ich empfehle dringend, vor dem Einchecken den Rucksack in einen stabilen blauen
Müllsack einzupacken. Anderenfalls können sich die
Rucksackriemen leicht in den Förderbändern verfangen und
dann abreißen.
Air Berlin fliegt von verschiedenen Orten (sogar ab
Paderborn) nach Bilbao.
Vor dem Flughafengebäude Bilbao steht ein Shuttlebus zum
zentralen Busbahnhof (Termibus). Von Bilbao Termibus gibt es
Busverbindungen nach verschiedenen Städten
(Bus-Fahrkarten nach Pamplona an Schalter 7 + 8).
Von
Bilbao kann man mit dem Bus oder dem Zug über Biarritz nach Bayonne fahren und
dort den Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port erreichen. Von Bilbao Terminbus-Station
fährt ein Bus um 7:30 und 13:00 nach Bayonne (Busbahnhof). Die Fahrt dauert 3
Stunden. Tickets müssen am PESA Schalter an der Terminbus-Station gekauft werden. Am
Busbahnhof Bayonne ist eine Touri Info, die einem den Weg zum (Zug)Bahnhof zeigen kann
(Stadtplan).
Übernachtungsmöglichkeit in Bilbao:
Tel.: 944-4270054 Jugendherberge Bilbao Ctra. Basurto-Kastrexana 70
(Bus Nr. 80 von Termibus). Pilger mit Credencial werden auch ohne
Jugendherbergsausweis aufgenommen.
Tel: 944-417900 Pensión „San Mames”, Luis Brinas 15
Tel: 944-150932 Pensión „Ladero” C/Loteria 1/4°
Weitere
Unterkünfte in Bilbao
Von Pamplona fährt Mo-Fr um 18:00 h (Juli und August auch um 10:00 h)
und Sa um 16:00 h ein Bus nach Roncesvalles. Sonntags keine
Busverbindung. Will man von dort weiter nach Saint-Jean-Pied-de-Port, muß
man ein Taxi nehmen.
Busfahrplan Pamplona-Roncesvalles
Es gibt eine interessante Möglichkeit, wie man von Pamplona nach
Saint-Jean-Pied-de-Port kommt: Nehmen Sie Kontakt mit Caroline Aphessetche von der Fa. Express Bourricot auf. Mail: Caroline Aphessetche. Sie sammelt ihre Kunden
so gegen 16:30 h am Busbahnhof in Pamplona ein und fährt sie in ihrem
kleinen Taxi über die Pyrenäen direkt nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Die Kosten
betragen je nach Anzahl der Fahrgäste 20 - 30 €.
Vielleicht gelingt es Ihnen, eine Gruppe von Mitpilgern
zusammenzustellen um ein Großraumtaxi zu mieten und sich
den Fahrpreis zu teilen.
Autofahrer: Immer wieder kommen Anfragen wo man sein Auto in den Orten
am Camino abstellen kann.
Dringend abraten muß ich vor wildem Parken, denn die „Experten” haben
ganz schnell raus: Das ist einer, der auf dem Camino ist. Solche Wagen
verschwinden sehr oft.
In den großen Städten gibt es Garagen mit Langzeit-Parkplätzen. Aber
das ist mit Vorsicht zu genießen, denn bei der Rückkehr kann der Wagen
evtl. hochgebockt und ausgeschlachtet sein.
Nur wenn man seinen Wagen hinter verschlossen Toren unterstellen kann
(Bekannte/ Freunde/ Hotel) kann man sicher sein, daß man bei der Rückkehr
sein Fahrzeug unbeschädigt wiederfindet.
Mir sind vier Stellen bekannt, wo man sein Auto für die Dauer der Pilgerfahrt
sicher abstellen kann.
In Saint-Jean-Pied-de-Port:
0559-370057 Garage Arrayet, Fax: 0559-9373547
675-783623 Priv. Herb „Zazpiak”, Rue du
Maréchal Harispe 13b, hier kann man sein Fahrzeug für die Dauer der
Pilgerzeit auf einem gesicherten Gelände abstellen.
In Espinal (7 km hinter Roncesvalles) bietet der Campingplatz „Urrobi” (geöffnet vom
1.4.-31.10.) auch für Nichtcamper für € 3.- pro Tag in einer gut
verschlossenen Halle eine sichere und sehr geschützte
Unterstellmöglichkeit für das Auto oder Campingmobil
für beliebige Zeit.
In Huarte (kurz vor Pamplona) im Hof des Hotels „Don Carlos”
Tel.: 0948-330077, Fax: 0948-330239.
Anreise zum Somport-Paß: Nach Paris wie oben, weiter im TGV wie
oben, jedoch in den Zugteil nach Pau einsteigen. Ab Pau mit dem Bummelzug nach
Oloron Sainte Marie (Endstation). Von Oleron fährt ein Bus durch den
Somport-Paß nach Jaca. Wer also über den Paß gehen will, sollte noch vor
dem Tunnel aussteigen. „Unser Bus fuhr trotzdem über den Pass und hat uns
dort abgesetzt.”(33)
Ein weiterer Vorschlag: Flug nach Bilbao. Mit dem Überlandbus von Bilbao nach
Irun (ca. 1 Std). Mit dem Zug von Hendaye nach Pau (2 Std) und dann mit dem
Regionalzug weiter nach Oleron St. Marie (ca. 30 Min). Die
Zugverbindung ist in jedem guten deutschem Reisebüro zu
bekommen.
Rückfahrt ab Santiago de Compostela:
Mit der Bahn: Täglich um 9:25 h fährt ein durchgehender Zug von
Santiago nach Hendaye, dem Grenzbahnhof an der spanisch-französischen Grenze.
Ankunft um 20:54 h. Dort steht schon der Liegewagenzug nach Paris bereit. Abfahrt
22:12 h. Ankunft in Paris-Austerlitz 7:13 h. Ab Paris-Nord oder Paris-Est gibt
es viele Zugverbindungen in die verschiedenen Regionen Deutschlands. Achtung! In den
Monaten Juli und August während der Hauptpilgerzeit kann es vorkommen, daß der
durchgehende Zug von Santiago de Compostela nach Hendaye bereits auf Tage hinaus
ausgebucht ist. Deshalb ist es ratsam, gleich nach der Ankunft in Santiago (oder besser
bereits einige Tage vor Ihrer Ankunft in Santiago in einem Reisebüro) die Fahrkarten
für die Rückreise zu besorgen!
Mit dem Bus: Es fahren durchgehende Busse ab Santiago zu
verschiedenen Zielen in Deutschland. Aber wer nicht allzusehr auf seine
Euros achten muß, sollte diese Busse meiden. Die Fahrt kann sehr lange dauern (z.B.
Santiago-Paderborn rund 36 Stunden) und soll die reinste Tortur sein.
Mit dem Flugzeug: Bei Flügen ab Santiago nach innerspanischen
Zielen gewährt die spanische Fluggesellschaft Iberia gegen Vorlage der
„Compostela” 50% Preisnachlaß in der Economyklasse. Nach
unbestätigten Informationen gewährt Iberia diesen Pilgerrabatt
auch auf Verbindungen ins Ausland. Fragen Sie also bei der
Iberia-Niederlassung in Santiago. Die anderen Iberia-Niederlassungen
wissen meist nichts von diesem Pilgerrabatt. Iberia fliegt von Santiago
verschiedene Ziele in Deutschland als Direktverbindung an. Diese
Flüge sind aber in den Sommermonaten oft auf Wochen hinaus ausgebucht. Wer
nicht rechtzeitig einen Direktflug gebucht hat, der muß über Madrid
oder Barcelona nach Deutschland fliegen.
Auch hier gilt das gleiche wie bei der Bahnfahrt: Sofort nach Ankunft in Santiago
oder bereits einige Etappen vor der Ankunft den Rückflug buchen!
Mit Hapagfly und Air Berlin können Sie ab Santiago
verschiedene Ziele in Deutschland (mit Air Berlin auch Paderborn)
anfliegen. Mit Ryanair können Sie nach Frankfurt-Hahn
fliegen.
Hier gilt das gleiche wie bei der Bahnfahrt: Sofort nach Ankunft in Santiago oder
besser noch früher den Rückflug buchen! Wenn Sie Ihren
Rückflug bereits einige Wochen vorher buchen, können Sie sehr
preiswerte Flüge ergattern. Das hat nur den Nachteil, daß Sie
sich für den Rückflug auf einen festen Termin festlegen
müssen und daher nicht so frei im Ablauf Ihrer Pilgerfahrt sind.
Gepäck nach Santiago vorausschicken:
Die spanische Post befördert Pakete ausschließlich in ihren eigenen in allen
Postämtern erhältlichen Faltkartons und bewahrt sie nur
15 Tage auf.
Gepäckversand
mit der spanischen Post
Aber es gibt in Santiago einen Gepäck-Aufbewahrungs-Service:
Pensión „Badalada”
ATT: Peregrin(o/a) [Ihr Name]
Rua Xelmírez 30
E-15704 Santiago de Compostela
Hierhin können Sie überflüssiges Gepäck nach Santiago
vorausschicken. Details
Die Pension Badalada gewährt Pilgern mit Credencial 10% Rabatt auf die
Übernachtungspreise
Buen Camino
Jochen Schmidtke
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