Der pilgernde Jakobus

Pilgertips

Home
Pilgerausweis Compostela Pilgerführer Pilgersaison Vorbereitung Herbergsregeln Gelddinge AusrüstungTrinken, trinken Weh-Wehchen Krisen Fahrradpilger Telefon Zelten Hunde Hin- und Rückreise Gepäck nach Santi­ago voraus­schicken

Der Tourist verlangt, der Pilger dankt!

Bedenken Sie bitte, daß ihre Pilgerfahrt erst durch den selbst­losen Einsatz vieler ehren­amt­licher Helfer möglich wird.
Bitte gleich an Ort und Stelle Schließung oder Neueröf­fnung von Herbergen und deren Zustand auf­schreiben und mir zu­schicken.
Ganz wichtig sind die saisonalen Öffnungs­zeiten der Her­bergen und deren Tel.-Nr.! Manche Herbergen sind ganz­jährig und andere nur einige Monate im Som­mer geöffnet. Die Angaben hierzu wider­sprechen einander teilweise. Ebenso gibt es unter­schied­liche oder fehlende An­gaben zu den Tel.-Nr. Die Ihnen nachfol­genden Pilger werden für kor­rekte Infos dankbar sein.
Für den Fall, daß Sie mal in der Herberge keinen Platz finden, sind (soweit bekannt) Ausweich­quar­tiere in kleinen Pen­sionen (Hostales) oder Hotels ange­ge­ben. Bei den größe­ren Städten konnte ich natür­lich nur eine wil­lkür­liche Aus­wahl treffen.
Bitte haben Sie Verständnis, daß ich bei den Unter­künften in den Hostales und Hotels keine Preise ange­geben kann. Die Preise sind saisonal unter­schied­lich und ändern sich ständig von Jahr zu Jahr. Selbst inner­halb eines Hauses gibt es Preis­unter­schiede je nach Größe, Ausstat­tung und Kom­fort des Zim­mers, Einzel- oder Doppel­zim­mer oder gar Mehr­bett­zim­mer, mit eigener Naß­zelle oder Ge­mein­schafts-Dusche/WC auf dem Flur, mit oder ohne Früh­stück usw. Bei kleineren Betrie­ben werden die Preise manchmal je nach ge­schätz­ter finanz­ieller Leis­tungs­fähig­keit des Pilgers durch den In­haber spontan fest­gesetzt. Und das wichtigste: Wie soll ich bei der rie­sigen Anzahl unter­schied­licher Unter­künfte an die Preise heran­kom­men und sie stets aktuell halten? Unmöglich!!
Regelmäßig gibt es eine Neu­auflage, in die die Erfah­run­gen und Hin­weise der zurück­gekeh­rten Pilger einge­ar­beitet werden.

Möge der Hl. Jakobus Ihnen beistehen!

Peregrino

Pilgerausweis (Credencial)

Unverzichtbar ist auf jeden Fall der Pilger­ausweis (Cre­den­cial)!
Rechtzeitig (ca. 4 Wochen vor Ihrer Abreise) besorgen! In den Herber­gen erhal­ten Sie ohne diesen Pilger­ausweis keine Unter­kunft!!
Hier können Sie ein Formular herunterladen, mit dem Sie den erforderlichen Pilger­ausweis (Credencial) und Unter­kunfts­ver­zeich­nisse für ver­schie­dene Caminos sowie Ihre Pilger­muschel (Jakobs­muschel) online oder per Post bei unse­rem Pilger­büro be­stel­len können.
Bestellformular hier herunterladen
Bitte schicken Sie uns Ihre Bes­tel­lung bereits einige Wochen vor Ihrer Ab­reise per Post oder besser per Mail zu. Sie erspa­ren damit den ehren­amt­lichen Mitar­bei­ter­innen in unserem Pil­ger­büro viel Streß!

Schicken Sie Ihr Bestellformular bitte nicht an Jochen Schmidtke sondern nur an unser Pilgerbüro!
Jochen hat keine Materialien. Die hat nur unser Pilgerbüro!

Besorgen Sie sich für Ihr Credencial eine wasser­dichte Hülle (z.B. Toppits Ziploc-Gefrierbeuteldie gibt’s z.B. bei Schlecker). Das sind mit Reiß­ver­schluß ver­sehene Gefrier­beutel. Es wäre doch schade, wenn der Pilger­ausweis mal naß würde und die auf dem Weg gesam­melten deko­rativen Stem­pel ver­laufen.
Das „Credencial” ist der Nachweis für die Aus­stel­lung der „Compo­stela” am Ende der Pilger­fahrt in Santi­ago de Com­postela.

Zum Seitenanfang

Compostela

Diese begehrte Pilger­urkunde erhalten die Pilger im Pilger­büro neben der Kathe­drale in Santiago, wenn sie mindes­tens die letzten 100 km zu Fuß bzw. 200 km vor Santiago mit dem Pferd oder Fahr­rad auf welchem Camino auch immer zurück­gelegt haben (auf dem Camino Francés also ab Sarría bzw. ab Pon­fer­rada). Nachweis über die Stempel im Creden­cial.
Verlautbarung des Pilgerbüros in Santiago zu
Credenciál und Compostela
Für die Ausstellung der Compostela werden nur die Stempel auf diesen letzten 100 km (bzw. 200 km) gewertet. Wer eine längere Strecke auf dem Camino zurücklegt und unterwegs viele der manchmal recht deko­rativen Stempel sammeln will, sollte sein Creden­cial durch Einkle­ben „verlän­gern” oder sich ein zweites Creden­cial in den Herber­gen der größeren Städte besorgen. Die Stempel erhalten Sie in den Refugios, Klöstern und Kirchen unter­wegs und manch­mal werben auch Bars mit schönen Stem­peln. Achten Sie darauf, daß das jewei­lige Tages­datum (fecha) eingetra­gen wird.
Achtung! Weil immer mehr Bus- oder Auto­tou­risten versu­chen, sich die Compo­stela zu erschlei­chen, überprüft das Pilger­büro in Santiago vor Ertei­lung der Compo­stela die Stempel im Pilger­aus­weis genauer. Deshalb sind bei Pilgern, die ihre Pilge­rung erst auf den letzten 100/200 km vor Santi­ago de Compo­stela beginnen, 2 Stempel pro Tag erfor­derlich. Für Pilger, die ihre Pilge­rung außerhalb des 100/200 km-Radius begin­nen, genügt weiter­hin nur ein Stempel pro Tag.

Zum Seitenanfang

Pilgerführer

Der Camino ist mit gelben Pfeilen liebevoll und meist sehr gut markiert. Wenn Sie die Augen offen­halten, werden Sie sich nicht verir­ren. Eigent­lich bräuchten Sie deshalb keinen Wander­führer.
Es werden im Zuge des Pilgerbooms inzwischen grotten­haft schlech­te Pilger­führer auf den Markt geworfen. Schlecht recher­chiert und mit teil­weise veral­teten Infos zu den Unter­künften.
Die beiden nachfolgenden Pilgerfüh­rer kann ich unein­ge­schränkt zum Mitnehmen empfehlen:
Entweder
das Outdoor-Buch Nr. 23
„Jakobsweg - Camino Francés” von Raimund Joos. Am Anfang eines jeden Jahres kommt eine aktu­alisierte Aus­gabe heraus.
(Weil entlang des Camino Francés in den vergangenen Jahren so viele neue Herbergen ent­stan­den sind, sah sich Raimund Joos gezwun­gen, den Camino Ara­gonés aus seinem Pilger­führer für den Camino Francés heraus­zuneh­men um das Büch­lein nicht zu dick werden zu lassen. Aber er bietet einen Download der Wegbeschreibung des Camino Aragonés vom Somport-Paß bis Obanos an.)
oder
„Spanischer Jakobsweg” von Cordula Rabe aus dem Rother-Verlag. Diese Buch wird im Rhytmus von 2 Jahren aktu­al­isiert heraus­gegeben.
Achten Sie also beim Kauf auf das Ausgabejahr!

Beide enthalten ausführliche und zuverlässige Wegbe­schrei­bungen und Höhen­profile und Karten­skizzen zu den ein­zel­nen Etappen, die jedoch recht grob sind und nur der groben Orien­tie­rung dienen. Auch enthalten sie kultu­relle Infos (aller­dings nur in Kurz­form) und passen in jede Hosen­tasche.

Für kulturell Interessierte:
Der „Praktische Reiseführer für den Pilger” von José María Jaén aus dem Everest-Verlag ist als Wander­führer weniger gut und auch weniger aktuell, bietet jedoch recht ausführ­liche Infor­mationen zu Geschichte, Kultur und Sehens­würdig­keiten am Jakobs­weg. Ist aber mit ca. 680 Gramm viel zu schwer zum mitschleppen. Ich empfehle, die einzelnen Seiten mit den Geschichts- und Kultur-Infos heraus­zureißen und mitzu­nehmen. Die einzelnen Blätter kann man dann nach und nach weg­werfen. (Zurück zuhause kann man ja bei Bedarf ein neues Buch kaufen.) Die Wege­beschrei­bung ist weniger gut. Recht prak­tisch sind aber die beige­fügten einzel­nen Karten­blätter in einer sepa­raten Klar­sicht­tasche.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß unser „Gelbes Heft” kein Pilgerführer ist!! Es ist lediglich ein Unterkunfts­verzeich­nis! (ca. 65 gr.) Es wird ständig mit Infos zurück­kehren­der Pilger über neu entstan­dene Her­bergen aktua­lisiert und ist daher aktu­eller als alle im Buch­handel erhält­lichen Pilger­führer und weist zudem noch viele Alternativ­unter­künfte (Hostales, Pensi­onen und Hotels) auf. Damit sind Sie bei der Unter­kunft­suche allen Mit­pilgern immer eine Nasen­länge voraus. Sie sollten es also zusätzlich zu Ihrem Pilger­führer mit­nehmen.
Zur Einstimmung empfehle ich das Buch „Jakobsweg – Wandern auf dem Him­mels­pfad” von Carmen Rohr­bach. Die Verfas­serin ist beken­nende Atheïs­tin und hat viel­leicht gerade deshalb die Stim­mung auf dem Camino so gut getroffen. Ein­schrän­kung: Frau Rohr­bach ist den Camino 1990 gegan­gen. Seither hat sich auf dem Wege sehr viel verän­dert. Leider nicht nur zum Posi­tiven!

Zum Seitenanfang

Pilgersaison

In den Monaten Juli und August sind die spanischen Ferien. Dann sind auch viele Spanier unterwegs und viele Her­bergen über­laufen und es findet unter­wegs ein regel­rechter Wett­lauf um die Bet­ten statt. Beson­ders auf den letzten 100 km (Camino Francés ab Sarría)!
Statistik
Sie sehen in der Statistik, daß 2010 38% aller Pilger (die meisten sind Spanier) in den Monaten Juli und August in Santiago angekommen sind. Der Weg und die Her­bergen sind in diesen Monaten dem­ent­sprech­end voll. (Es gibt aber in letzter Zeit einen Trend, daß viele Pilger die stark frequen­tier­ten Monate Juli und August meiden und auf die anderen Monate auswei­chen.)
Außerdem kann es sehr heiß werden. Es em­pfiehlt sich daher, außerhalb dieser Monate zu gehen. Anderer­seits sind in den Winter­mona­ten viele Her­bergen geschlos­sen.
Soweit Infos dazu verfügbar waren, sind die saisonalen Öffnungs­zei­ten der Her­bergen in unserem Unter­kunfts­verzeich­nis angegeben. Pilger, die vor dem 15. Juni und nach dem 15. Septem­ber unter­wegs sind, sollten sich vor dem Ab­marsch vergewis­sern, ob die Her­berge am Ziel­ort (beson­ders in den kleineren Orten) tat­sächlich geöffnet hat.
Winterpilger Achtung! Auch wenn in meinem Unterkunfts­verzeich­nis angegeben ist, daß die Her­berge ganzjährig geöffnet hat: Beson­ders die Betreiber der kleinen Her­bergen öffnen ihre Her­berge im Winter manch­mal nur je nach Tages­laune.
Im Herbst und Winter und im frühen Frühling können Sie bei den Gebirgs­pas­sagen und in der ca. 850 m hohen Hoch­ebene „Meseta” zwischen Burgos und León Pro­bleme mit Kälte und Schnee und im Sommer mit Hitze bekommen!
Von Saint-Jean-Pied-de-Port (SJPdP) bis Santiago (SdC) braucht man je nach Kondi­tion 5-6 Wochen. Wenn Sie also Mitte Mai in SJPdP losgehen sind Sie Ende Juni in SdC. Also kurz vor dem „großen Run”!
In den spanischen Ferien (Juli/August) sind ab León alle Refugios über­laufen.
Viele Pilger beginnen ihre Pilger­fahrt in den großen Städten Pamplona, Burgos, León. Und das am Wochen­ende. Ent­sprechend voll sind dann die Her­bergen in diesen Orten.
Tip: Planen Sie Ihre Etappen (zumindest in der Haupt­pilger­zeit und an den Wochen­enden) so, daß Sie nicht in den großen Städten über­nachten müssen. Im Dorf davor oder dahin­ter gibt es deut­lich eher freie Betten!
Da man als Fußpilger nur die letzten 100 km (= 4 – 5 Tage) auf dem Camino zurück­legen muß, um die Voraus­setzun­gen für die Compo­stela zu erfüllen, gibt es sehr viele 100 km–Läufer, die nur das letzte Stück (auf dem Camino Francés also ab Sarría) laufen. In den Sommer­monaten sieht es auf diesem Strecken­ab­schnitt manch­mal wie auf einem Volks­wander­tag aus.

Zum Seitenanfang

Vorbereitung

Bereiten Sie sich auf Ihre Pilger­reise gründlich vor. Der Camino ist kein Spazier­gang!! Es geht auf rund 800 km (das sind rund 1,2 Milli­onen Schritte!!) meist über schroffe Gebirgs­pfade, Tram­pel­pfade, Wirt­schafts­wege und manch­mal leider auch an viel­befah­renen Staats­straßen entlang. Mehrere (manch­mal recht hohe) Ge­bir­ge sind zu über­que­ren. Auch kommen Sie durch ver­schie­dene Klima­zonen. Begin­nen Sie bereits im Winter, sich mental auf Ihren Camino vorzu­bereiten. Stimmen Sie sich mit Büchern über den Camino ein. Es gibt inzwi­schen sehr viel (mehr oder weniger gute) Litera­tur zum und über den Camino.
Mit seinem Buch
„Pilgern” gibt Raimund Joos, der Verfasser mehrerer Pilger­führer wertvolle Tips zur Vorbe­reitung der Pilger­reise.
Alles was Sie auf dem Camino im Ruck­sack mit sich tragen wollen, benö­tigen Sie in Ihrem All­tag zuhause nicht. Sie können also Wochen voraus ihren Ruck­sack so voll­stän­dig packen, wie Sie ihn auf dem Camino tragen wollen. Begin­nen Sie bereits einige Wochen vor der Ab­reise Ihr inten­sives Trai­ning mit vollem Gepäck und in den Schuhen, die Sie auf dem Camino tragen wollen. Auch wenn es doof aus­sehen mag: Machen Sie Ihre Abend­spa­zier­gänge und Ihre Wochen­end­wande­rung mit dem fertig gepackten Ruck­sack und in den Schuhen, die Sie auf dem Camino tragen wollen. So können Sie fest­stellen, ob Sie richtig gepackt haben. Auch Ihre Wander­schuhe laufen Sie dabei gut ein. Außer­dem gewöhnt Ihr Körper sich an das Gepäck auf dem Rücken.
So tragen Sie Ihren Rucksack richtig:
Besuchen Sie rechtzeitig vor der Abreise Ihren Zahn­arzt. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt unter­suchen, ob Sie sich diese Stra­pazen zu­muten können (Wenn ich Strapazen sage, dann meine ich es auch so!!).
Seien Sie bei der Fest­legung Ihrer Tages­etap­pen nicht zu ehr­geizig! 20 km Tages­leis­tung mit vollem Gepäck können je nach Gelände­struktur, Wege­beschaf­fenheit, Wind und Wetter sowie persön­licher Tages­form schon eine recht stram­me Leis­tung sein. Sie wol­len doch nicht über den Camino hetzen!
Ein Experte zur täglichen Marschleistung
Wenn Ihre Urlaubstage knapp sind, überlegen Sie, ob es dann nicht besser ist, trotz der langen An­fahrt den Camino in 2 oder mehreren Jahres­etap­pen zu machen.
Wenn Sie vor Antritt Ihrer Pilger­fahrt einen spa­nischen Sprach­kursus belegen, berei­chern Sie Ihre Erfahr­un­gen auf dem Camino be­trächt­lich. Wie schön ist es doch, wenn Sie mit den Einhei­mischen Kontakt auf­neh­men können.
Unbedingt sollten Sie ein kleines Wörter­buch für die Hosen­tasche oder gleich den Kleinen Pilgers­prachführer von Raimund Joos mit­nehmen.
Mit Englisch werden Sie unter­wegs bei den Ein­hei­mischen wenig Glück haben. Eher mit Franzö­sisch. In den Herber­gen finden Sie aber immer jemanden, der Engl­isch oder viel­leicht sogar Deutsch spricht.

Zum Seitenanfang

Herbergsregeln

Die Zuteilung der Schlafplätze in den Herbergen erfolgt nach dem „Wind­hund-Prinzip” d.h. in der Reihen­folge der Ankunft. Reser­vie­run­gen sind ausge­schlos­sen (Manche privaten Her­ber­gen halten sich aber nicht an diese Regeln und nehmen Reser­vie­rungen an). Das bedeutet, daß die jungen und kräf­tigen Pilger (und die Rad­fahrer, die eigent­lich erst nach 18:00 h eingelas­sen werden sol­lten) die Bet­ten oft schon belegt haben, wenn die älteren und nicht so schnel­len Fuß­pilger ein­tref­fen. Das sind aber nun mal die Regeln.
Es ist nicht erlaubt, mehrere Schlaf­plätze für nach­kommende Mit­pilger zu belegen. Um den eigenen Schlaf­platz als „belegt” zu kenn­zeichnen, legt man seinen Schlaf­sack auf seinen Schlaf­platz (Jeder Pilger hat nur einen ein­zigen Schlaf­sack dabei!). Weitere Schlaf­plätze für später kommende Mit­pilger als „belegt” mit Klei­dungs­stücken und sonstigen Uten­silien zu kenn­zeichnen, zählt nicht! (Wie beim „Hand­tuch­krieg” auf Mallorca)
Die Unterkunft in den Pilger­her­bergen ist immer nur für eine Nacht. In Fällen von Krank­heit oder höherer Gewalt maximal 3 Nächte.
Pilger, die ein Begleit­fahr­zeug zum Trans­port ihres Gepäcks benutzen, ver­stoßen gegen die Regeln und sind nicht berech­tigt, in den Refugios zu über­nachten! Erst recht ist unter­sagt, daß die Fahrer von Begleit­fahr­zeu­gen in den Refugien die Bet­ten reser­vieren und evtl. gar selbst dort über­nachten. „Dagegen wird aber leider oft verstoßen.
Es ist sogar zu beobach­ten, daß sog. ‚Auto­pilger’ sich ein Bett in den Pilger­her­ber­gen er­schlei­chen.”
(4)
Herbergsschnorrer
Der Rucksack gehört nicht aufs Bett!! Unterwegs bei einer Rast wird der Ruck­sack gelegent­lich auf dem Erd­boden abge­legt. Dann krie­chen Tier­chen in den Ruck­sack. In der Her­berge auf dem Bett kriechen die Tier­chen dann wieder heraus und in Ihr Bett.
Falls Sie Mitglied im Deutschen Jugend­her­bergs­werk sind, nehmen Sie Ihren JH-Mit­glieds­aus­weis mit. Es gibt einige Jugend­her­bergen auf dem Camino. In den Jugend­her­ber­gen des Inter­nati­onalen Jugend­her­bergs­werkes darf man nur mit Jugend­her­bergs­aus­weis über­nachten. Soweit ich weiß, akzep­tieren die Jugend­her­bergen auf dem Camino auch das Creden­cial. Was viele nicht wissen: Auch als älte­rer Mensch darf man in Jugend­her­bergen über­nach­ten sofern man einen Jugend­her­bergs­aus­weis hat.

Zum Seitenanfang

Geld

So traurig es ist: Es kommt gelegentlich zu Dieb­stählen unterwegs und sogar in den Her­ber­gen. Die Pilger sind für die Klein­krimi­nellen ideale Opfer: Sie sind in ihrer Eupho­rie allzu ver­trau­ens­selig bis leicht­sinnig gegen jeder­mann und ver­ges­sen oder ver­drängen das gesunde Miß­trauen. Ganoven ver­klei­den sich als Pilger und mischen sich unter­wegs und in den Her­ber­gen unter die Pilger um sie zu besteh­len. Ich habe aber auch gehört, daß die Guardia Civil sich eben­falls als Pilger ver­klei­det und unter die Pilger mischt, um die Gano­ven zu fangen. Hin und wieder sieht man unter­wegs Steck­briefe von solchen Gano­ven.
Tragen Sie Ihre wichtigen Dokumente, Ausweis­papiere, Flug­karten, Bar­geld und besonders die Spar­kas­sen- und Kredit­karten in einer (wasser­dich­ten) Bauch­tasche unter Ihrer Kleidung. Nie in einer Gürtel- bzw. „Kängu­ruh­tasche” vor dem Bauch. Die Diebe ver­muten als erstes, daß Sie Ihre Wert­sachen hier auf­bewah­ren. Die offen getra­gene „Kän­gu­ruh­tasche” vor dem Bauch ist ihnen ruck-zuck abgeschnit­ten. (Stich­wort Gurt­ab­schnei­der)
Tragen Sie Ihre Bauch­tasche auch in der Nacht im Schlaf­sack an Ihrem Leib. Lassen Sie Ihre Bauch­tasche und Ihre Wert­sachen (Foto­appa­rat usw.) NIE im Schlaf­sack, selbst wenn Sie nur mal eben auf die Toi­lette oder zum Duschen gehen!! Das ist ein alter Trick und dort suchen die Diebe zuerst! Nehmen Sie also Ihre Bauch­tasche und Ihre Wert­sachen auch auf die Toi­lette und in die Dusch­kabine mit! Lassen Sie niemals ihren Ruck­sack un­bewacht vor der Bar stehen, auch wenn Sie nur mal schnell auf die Toi­lette gehen! Wenn Sie zurückkom­men, ist der Dieb mit Ihrem Ruck­sack meist schon über alle Berge.
Man muß auch feststellen, daß Pilger neben Bargeld, Schecks, Geldkarten und Kredit­karten viele für Diebe attrak­tive Dinge bei sich haben: Mobil­te­lefon samt Lade­gerät, einen teuren Foto­apparat, einen meist recht teuren Ruck­sack, einen ebenso meist teuren Schlaf­sack, teure Funktions­beklei­dung, hoch­wertige Schuhe usw. Alles Dinge, die man gut verscher­beln kann. In Outdoor-Läden und Schlüssel­diensten gibt es Zahlen­schlösser, bei denen man die Zahlen­kombina­tion (z.b. Ihren Geburts­tag) selbst einstellen kann, in Kombi­nation mit hoch­flexiblen Stahl­seilen. Damit kann man sein Gepäck bei einer Rast oder in der Herberge an einen festen Gegen­stand anschlie­ßen und so gegen den schnel­len Dieb­stahl schützen. Diese Schlös­ser können Sie auch in Ihrem All­tag gut gebrau­chen.
Beispiel
Fahrradfahrer sollten besonders vorsichtig sein: Mit ihrem meist hoch­wertigen Fahr­rad und den gefül­lten Pack­taschen stellen Sie dem Dieb sogar das Flucht- und Trans­port­fahr­zeug bereit!
Diebstahl auf dem Camino How to Avoid Theft (Englisch)
Tragen Sie nur den Tagesbedarf an Bargeld in ihrer Geldbörse. Mit der EC-Karte erhalten Sie problem­los Bargeld an den Auto­maten. Diese gibt es aber nur in den größeren Orten. Deshalb empfiehlt es sich, immer eine aus­rei­chende Menge Bar­geld dabei zu haben.
Holen Sie nach Möglichkeit nur Geld aus den Auto­maten, wenn die Bank geöffnet hat (Öffnungs­zeiten Mo-Fr 9:00-14:00h). Dann können Sie bei Fehl­funktion des Auto­maten gleich in der Bank rekla­mie­ren. Als ich einmal Geld am Auto­maten abholen wollte, ist der Apparat mitten im Vorgang abgestürzt. Meine Karte blieb auch drinnen. Da ich ja nur während der Öffnungs­zeiten der Bank den Auto­maten bediene, konnte ich sofort einen Bank­angestel­lten alar­mieren, der meine Karte aus dem Auto­maten holte. Was wäre, wenn das an einem Freitag abend gesche­hen wäre? Ich hätte bis zum Montag warten müssen! Verlas­sen Sie sich aber nicht aus­schließ­lich auf die EC-Karte! Nehmen Sie vorsorglich für den Notfall noch Euro-Reise­schecks in aus­reichen­der Höhe mit. Falls Sie diese nicht einsetzen müssen, können Sie die für die nächste Reise aufbewah­ren oder wieder einlösen. Die geringe Gebühr dafür (1% des Wertes) sollte es Ihnen wert sein!
!! Nichts ist schrecklicher, als in der Fremde ohne Geld dazustehen !!
Pech am Geldautomaten
Vorsicht beim Geldkarten­gebrauch (VISA, Master- und Eurocard) in ganz Spanien! Im Hotel- und Gaststät­ten­gewerbe ist eine Mafia aktiv, die Daten von Geld­karten kopiert und umgehend neue Karten anfertigt, mit denen die Konten abgeräumt werden. Auch Falsch­geld ist in Spanien und Portugal ein Problem. Die Fäl­schun­gen sind sehr gut gemacht und nur mit einem Prüf­gerät zu erken­nen.
Zum Seitenanfang

Ausrüstung

Nehmen Sie lieber etwas zuwenig als zuviel mit. Sie glauben nicht, auf wie viele scheinbar unverzicht­bare Dinge Sie ver­zichten können. Denken Sie daran, daß Sie alles über viele Kilo­meter ber­gauf - berg­ab auf dem Rücken schlep­pen müssen! Und das über 800 km! Wenn Sie unter­wegs erkennen, daß Sie einen Aus­rüstungs­gegen­stand wirk­lich drin­gend brauchen, können Sie diesen in den Städten am Wege kaufen. Sie gehen ja nicht in die Sahara!
Legen Sie jedes einzelne Teil auf Ihre Küchen­waage und ent­schei­den Sie, ob Sie es mit­nehmen oder nicht oder ob es auch ein leich­teres Teil tut. Nehmen Sie Ihre Kosmetik- und Hygiene-Artikel nur in Kleinst­pack­ungen (wie man sie in Droge­rien und Apo­theken als Pro­ben geschenkt be­kommt) mit. Wenn die Pack­ungen auf­ge­braucht sind, können Sie den Vorrat in den näch­sten Städten ja wieder auf­stocken.
Geizen Sie mit jedem Gramm! Das Gewicht des voll gepack­ten Ruck­sackes (ohne Ver­pfle­gung und Was­ser) sollte maxi­mal 10% des Körper­gewichts betra­gen! Ich weiß, das ist wenig, aber möglich. Ein zu schwerer Ruck­sack kann einem den ganzen Camino ver­miesen!
Packliste von Rudolf Fischer Mit wie wenig man auskommt!
Ich habe auf meinen drei Caminos und während meiner Zeiten als Hospi­talero in Pamplona genügend Pilger gesehen, die wegen kör­per­licher Pro­bleme einige Tage aus­setzen oder gar die ganze Pil­ger­fahrt ab­bre­chen mußten (Ursache meist zu ehr­gei­zige Tages­etap­pen und/oder zu viel Gepäck!).
Ein Schlafsack ist unbedingt mitzunehmen. In manchen Refugios gibt es keine Decken.
Winterpilger Achtung! Unbedingt einen warmen (bis 0°C) Schlafsack mit­nehmen. Nur wenige Herbergen, die im Winter geöffnet haben, sind auch geheizt! Anderer­seits empfeh­len erfahrene Wande­rer in den Sommer­mona­ten einen dünnen Seiden­schlaf­sack. Wenn es mal kalt werden sollte, kann man ja in voller Montur in den Schlaf­sack schlüpfen.
Welcher Schlafsack?
Hygienebewußte sollten ein ganz leichtes Spann­bet­tuch mitnehmen. Vor Ihnen haben schon viele Leute auf der gleichen Matraze genächtigt!
Wenn Sie nicht gerade in den Haupt­pilger­monaten Juli und August gehen, brauchen Sie keine Iso-Matte mitzunehmen. Selbst wenn Sie mal kein Bett bekommen, wird sich meist eine Matratze finden auf der Sie auf dem Fuß­boden schlafen können. Und wenn wirklich mal alle Stricke reißen, können Sie einen Mit­pilger, der ein Bett bekom­men hat, um seine Iso-Matte für die Nacht bitten.
Der Alpenverein empfiehlt dringend, auf Bekleidung in „Tarn­farben” zu verzichten. Ein verun­glückter Wanderer an unweg­samer Stelle in grellen Leucht­farben ist im Not­fall leichter zu entdecken.
Tragen Sie unterwegs die Jakobs­muschel sichtbar. Sie öffnet Ihnen viele Herzen und Türen.
Ohren­stöpsel sind wichtig! Sie glauben nicht, welch kräftiges Schnarch­konzert die Pilger in der Nacht veranstal­ten! Evtl. auch eine Augen­binde wie man sie aus dem Flug­zeug kennt. Bereits gegen 4:30 h beginnen die ersten Wecker zu klingeln und die ersten Leute stehen um diese Uhr­zeit tatsächlich schon auf und beginnen ohne Rück­sicht auf die Schläfer sich fertig zu machen und zu packen.
Praktisch sind 2 Leinen­beutel für die Wäsche. Einen für die saubere und den anderen für die schmutzige Wäsche. Das hält nicht nur Ord­nung im Ruck­sack, die gefüllten Beutel kann man not­falls auch als Kopf­kis­sen benutzen.
Zwei dünnere Pullover wärmen besser als ein dicker. Man ist damit auch flex­ibler. Praktisch ist eine stabile Trek­king-Hose mit abnehm­baren Hosen­beinen und vielen geräu­migen Hosen­taschen. (Traveller Shops bzw. Sport­geschäfte)
Allgemein wird von Jeans abgeraten. Die sind schwer und trocknen nur langsam. Außerdem scheuern die dicken Nähte.
Eine leichte Schirmmütze mit Ohren- und Nacken­schutz gegen die Sonne, wie die Fremden­legionäre sie tragen, ist viel­leicht prak­ti­scher als ein sper­riger Hut.
Auf einen besonderen Nacht­anzug können Sie verzichten. Tragen Sie als Nacht­anzug Ihr T-Shirt und die Unter­hose, die Sie am nächsten Tag tragen wol­len. Die T-Shirts sollten bes­ser nicht weiß sein. Nach einigen Tagen sehen die ursprünglich weißen T-Shirts ohnehin schmuddelig aus.
Für kalte Tage sollten Sie
Beinlinge und Armlinge (wie die Radsportler sie tragen) mitnehmen. Fragen Sie danach in Radsport­geschäften. Das sind quasi „abgeschnit­tene” Hosen­beine bzw. Ärmel. Die wiegen fast nichts, werden Ihnen aber bei Kälte nütz­lich sein. Damit verwan­deln Sie Ihr kurz­ärmliges T-Shirt in ein lang­armi­ges Hemd und Ihre kurze Unter­hose in eine lange Unter­hose. Wichtig ist auch, daß die Unter­hose keine dicken Nähte im Schritt hat!
Schuhe: gut eingelaufene nicht zu schwere knöchelhohe Wander­schuhe 1½ -2 Nummern größer als die normale Schuhgröße!! Am Abend kaufen, da dann die Füße dicker sind.
Zusätzlich stabile Sandalen. Tip: Teva, Modell Terra FI.Die Königs­klasse! Es gibt sie in Damen- und Herren­aus­führung. Teuer, aber Sie werden lange Jahre auch in Ihrem Alltag Freude daran haben! Leider wiegt ein Paar rund 600 Gramm.
Die meisten Ruck­sack­rei­senden haben solche Sandalen dabei. Damit können Sie sogar durch Was­ser laufen.
Leichter sind die neuerdings erhältlichen Crocs Off Road-Sandalen. Die wiegen nur rund 350 Gramm das Paar.
Beide Arten von Sandalen erhält man in Wander- und Trecking-Läden.

Link zu Globetrotter Teva Terra Fi 3 Männer und Teva Terra Fi 3 Frauen
Ihre Füße werden es Ihnen danken, wenn Sie bei gutem Wetter und auf geeb­neten Wegen sowie in den Refu­gios und beim abend­lichen Spazier­gang durch den Ort mal die Wander­schuhe aus­ziehen und in die San­da­len schlüpfen können.
Welches ist der richtige Schuh?
Sehr wichtig sind faltenlos sitzende Strümpfe. Lassen Sie sich in einem Sport­geschäft beraten. Manche erfahrene Wanderer schwö­ren auch auf Seiden­strümpfe unter den Woll­socken.
Regenzeug! Besonders bei den Gebirgs­pas­sagen und in Gali­cien müssen Sie mit Regen rechnen.
Ein kräftiger Wanderstock ist auf schwie­rigen Gebirgs­pas­sagen aber auch auf den übrigen Strecken recht hilf­reich. Viele Pilger bevor­zugen sogar, mit zwei Teleskop-Stöcken zu gehen.
Sonnen­schutz­mittel und Sonnen­brille sowie Lippen-Balsam nicht verges­sen.
Einige Müsliriegel als Notver­pflegung sind recht kalorien­reich, sättigend und nicht schwer zu tragen. Als Zwischen­mahlzeit für unterwegs eignen sich auch Trocken­früchte gut.
Ein Taschenmesser
(z. B. Victorinox Pick­nicker-W Best.Nr.0.8853.W.) mit ca. 8 cm langer feststellbarer Wellen­schliff-Klinge, Kapsel­heber, Dosen­öffner, Schrauben­dreher und Korken­zieher - für den Wein am Abend! :-)
Nähzeug, Erste-Hilfe-Set, Reise-Wasch­mittel und eine lange Schnur als Wäsche­leine mit Sicher­heits­nadeln als Ersatz für Wäscheklammern. In vielen Herbergen finden Sie Wasch­maschinen (aber kein Waschpulver! Viele Läden haben Wasch­maschi­nen­pulver in Klein­packun­gen oder in Würfeln) und manchmal sogar Trockner. Aller­dings sind die Geräte häufig defekt oder von ande­ren Pilgern bereits belegt. Nutzen Sie also sofort die Gelegen­heit, wenn Sie auf eine funktio­nie­rende und noch nicht belegte Maschine treffen.
Gut sind auch die besonderen Reise­hand­tücher, die man in Sport­geschäften bekommt. Sie sind leicht, platz- und gewichts­sparend und trocknen schnell. Einfache Geschir­rtücher tun’s aber auch.
Eine kleine Packung Toiletten­papier. Oft ist kein Papier auf dem Klo!
Nehmen Sie auch eine leichte Taschen­lampe mit.
Vergessen Sie nicht, von zuhause einen kleinen Stein mitzunehmen. Es ist Brauch, daß die Pilger diesen Stein auf den großen Steinhaufen mit dem eisernen Kreuz auf dem O´Cebreiro werfen als Symbol für ihre Sünden, die Sie hier abladen.

Zum Seitenanfang

Trinken, trinken, trinken!

Viele gesundheitliche Probleme haben ihre Ursache in zu wenig Trinken! Da es inzwischen unterwegs viele Brunnen und Wasser-Zapf­stellen gibt, reicht eine 1-Liter-(PET)-Wasser­flasche aus. Vorsicht an Brunnen! Die Brunnen innerhalb der Ort­schaf­ten sind meist an das örtliche Trink­wasser­netz ange­schlos­sen. Daraus können Sie unbesorgt trinken und Ihre Wasser­flasche auffüllen. Anders bei Quellen in land­wirt­schaft­lich ge­nutzten Außen­gebieten. Die Bauern gehen sehr großzügig mit Pesti­ziden um. Ent­sprech­end ist das Grund­was­ser belas­tet.

Zum Seitenanfang

Weh-Wehchen

Nehmen Sie unbedingt die Europäische Kranken­versicherten­karte (EHIC) mit!
Verkneifen Sie es sich, Ihre heißen Füße unterwegs im Wasser zu kühlen. Die Haut weicht auf und wird anfällig für Scheuer­stellen und Blasen. Pflegen Sie Ihre Füße am Abend in der Herberge ausführlich.
Ganz wichtig! Hirschtalg, erhältlich in Droge­rien und Apo­theken. Sehr beliebt bei Wande­rern und Sol­daten. Reiben Sie damit täg­lich am Morgen vor dem Abmarsch die Fußsohlen, Fersen und die Zehen (oben und unten und in den Zwischen­räumen) und den Schritt (gegen den „Wolf”) ein. Wenn der Schaden bereits ein­getre­ten ist, hilft es nicht mehr!
Bei Blasen wird ein sog. „Wunder­pflaster” empfohlen. Es ist eigent­lich kein Pflas­ter, sondern eine ‚elas­tische Klebe­binde’, die Fuß oder Bein bes­seren Halt geben soll. Sie heißt „Optiplaste®C”. Die Binde ist 2,50 m lang, und läßt sich bis zu 4,50 m dehnen. Auf mehreren Pilger­touren der letzten Jahre hat es sich bestens bewährt, vor allem bei sehr großen Blasen, wo „Compeed” nicht mehr hilft.
Blasen aufschneiden führt fast immer zur Zwangs­pause. Auf rohem Fleisch kann man nicht laufen und muss warten, bis die Stellen verheilen (wenigstens 5 Tage). Das Auf­stechen mit einer saube­ren Nadel ist weniger gefähr­lich, muß jedoch regel­mäßig wieder­holt werden, da sie wieder voll laufen. Die Blasen trocknen innerhalb von 2 bis 3 Tagen aus, dann läuft es sich wieder besser. Zum Des­infi­zieren empfehle ich Jod­salbe, die brennt nicht so stark.
Ein guter und aus­führ­licher Artikel zum Thema Blasen: Sack und Pack

Zum Seitenanfang

Krisen – körperlich und seelisch

No pain no glory

Ohne Schmerz kein Ruhm!

Wahrscheinlich werden Sie auf Ihrem Camino Krisen­situatio­nen durch­stehen müssen! Da sitzen Sie vielleicht völlig erschöpft und naß und frie­rend, mit schmer­zenden Gliedern und Blasen an den Füßen am Weges­rand und fragen sich: „Warum tue ich mir dieses alles nur an?” Lassen Sie sich davon nicht unter­kriegen! Das geht vorbei. In den nächs­ten Tagen werden Sie froh sein, daß Sie nicht auf­gegeben haben. Die meisten Pilger berich­ten, daß sie unter­wegs solche Krisen durch­gemacht und auch wieder über­wunden haben.

Zum Seitenanfang

Fahrradpilger

Radpilger

Radfahrer sollen erst nach 18:00 h ein­gelas­sen werden. Häufig werden sie erst ab 19:00 h oder sogar erst ab 20:00 h einge­lassen. Sie müssen daher fast immer mit Fuß­boden­plätzen vorlieb nehmen. Es wird wegen des Andranges für sie aber immer schwieriger, über­haupt in den Herber­gen unter­zukom­men. Manche private Her­ber­gen halten sich aber nicht an diese Regel und las­sen Fahrrad­pilger schon früher ein.
Weite Strecken des Camino sind mit dem Fahr­rad nicht pas­sier­bar. Sie müssen diese Strecken auf Land­straßen oder gar auf der stark befah­renen Staats­straße zurück­legen.
Wenn Sie Ihr Fahrrad eine Strecke mit dem Bus trans­por­tieren wollen, müssen Sie die Kette mit einem kräftigen Stück Plastik-Sack so abdecken, daß das Gepäck der anderen Pas­sagiere nicht ver­schmutzt wird. Sonst nimmt der Bus­fahrer Ihr Rad nicht mit!
Anmerkung von Michaela und Mario Reinhard aus Stein­heim: „Eine Pilger­fahrt per Fahr­rad ist nicht zu empfehlen. Die schönen Strecken sind mit dem Rad meist nicht zu befahren und km um km auf den stark befah­renen National­straßen abzu­spulen ist weder schön noch besin­nlich. Will man die Pilger­fahrt nutzen um zu sich selbst zu finden und um sich an der Natur zu erfreuen, sollte man auf alle Fälle zu Fuß pilgern.” Das ist auch meine Meinung: Per Rad wird der Camino „kastriert”.
Die IBERIA transportiert wegen der gestie­genen Sicher­heits­maß­nahmen Fahr­räder nur noch zerlegt in einem Karton verpackt. Den Karton erhält man am Schalter der IBERIA.
Planen Sie daher viel Zeit vor dem Abflug ein und halten Sie Ihr komplet­tes Werk­zeug bereit.
Die Fahrrad-Firma: Velocípedo, Rua de San Pedro 23 in Santiago Tel/Fax: 981-580260, Mail: info@elvelocipedo.com verpackt Ihr Rad in einem sta­bilen Rad­karton. Es wird auch englisch gesprochen.
Mit geliehenem Fahrrad auf dem Camino

Zum Seitenanfang

Telefon

Wenn sie nicht in den Winter­monaten pilgern, lassen Sie Ihr Mobil-Telefon besser zuhause. In den Unter­künften gibt es kaum Steck­dosen und die wenigen sind meist schon mit anderen Lade­gerä­ten belegt. Es schlei­chen sich auch Diebe in die Unter­künfte ein und diese wissen ganz genau, wo die Steck­dosen sind und Mobil-Tele­fone ein­schließ­lich Lade­gerät zum Stehlen bereit stehen. Außer­dem müssen Sie weitere 300 Gramm mit sich schleppen!
Kaufen Sie sich lieber in Spanien eine inter­nationale Telefon­karte (Tabak- und Zeit­schrif­tenge­schäfte). Damit können Sie von jedem öffent­lichen Telefon preis­wert mit der Heimat telefo­nieren.
Wenn Sie allerdings in den Winter­monaten oder auf den anderen nicht so stark began­genen Caminos pilgern, könnte ein Handy nützlich sein. Oft sind die dienst­tuen­den Hospi­taleros der Herber­gen abwesend und müssen erst herbei­tele­foniert werden.
Inzwischen gibt es genügend Internet Cafés (CyberCafés) auf dem Camino. Manchmal stehen sogar Inter­net-Auto­maten in den Her­bergen. Auch von hier können Sie preis­wert Kontakt mit der Heimat pflegen.

Zum Seitenanfang

Zelten

Für Leute, die zelten wollen:
Eine Liste mit Zeltplätzen auf dem Camino herunterladen
Rudolf Fischers Bericht zum Zelten auf dem Camino

Zum Seitenanfang

Hunde

Ihnen werden die (herrenlosen?) Dorf­hunde auffallen, die Sie kläf­fend durch das Dorf beglei­ten. Gehen Sie stur weiter und küm­mern Sie sich nicht um sie. Schauen Sie ihnen nicht in die Augen und fuchteln Sie nicht mit ihrem Stock herum. Die Hunde werden dadurch nur noch aggres­siver. Wenn sie sich Ihnen mal zu bedroh­lich nähern, tun Sie so, als ob Sie einen Stein auf­heben und nach ihnen werfen. Die wissen, daß ein Stein­wurf weh tut und werden respekt­voll Ab­stand halten.
Keinesfalls sollten Sie einen Bauern­hof betreten, bevor Sie sicher sind, daß jemand den Hof­hund in Schach hält. Der Hof ist sein Revier und er wird ihn ver­bis­sen ver­tei­digen.
Die Mit­nahme Ihres Hundes ist unter den Pilgern – selbst bei Hunde­freun­den – sehr um­strit­ten. Viele meinen, das sollten Sie sich und Ihrem Hund nicht antun. Hunde werden in den meisten Her­bergen nicht einge­las­sen! Jedoch gibt es hin und wieder (meist private) Her­bergen, die Unter­brin­gungs­mög­lich­keiten für Tiere haben.
Aber der Hund darf natürlich nicht im Haus oder gar im Schlaf­saal über­nach­ten. Er muß die Nacht meist ein­sam in einem Keller­raum, einem Ver­schlag im Hof oder gar ganz im Freien ver­bringen! Das arme Tier!
Unterwegs in den Dörfern dringt Ihr Hund in das Revier der ein­heimi­schen Hunde ein. Die werden ihn mit ent­sprechen­d aggres­sivem Gebell durch das Dorf begleiten. Welch ein Stress für Ihren Hund!
Wo lassen Sie Ihren Hund, wenn Sie mal eine Kirche oder ein Museum besuchen wollen? Auch in Restau­rants oder Bars müssen Sie meist Ihren Hund draußen lassen (wie häufig auch bei uns in Deutsch­land).
In fast allen öffent­lichen Ver­kehrs­mit­teln darf Ihr Hund nur in einem spezi­ellen Trans­port­behälter im laut dröh­nenden, dunk­len und kalten Gepäck­raum mit­fahren. Wollen Sie das Ihrem Hund wirklich antun?
Bestimmungen der Air Berlin zum Transport von Tieren

Zum Seitenanfang

Hin- und Rückreise

Es gibt viele Möglich­keiten für die Hin- und Rück­reise. Ich kann hier deshalb nur einige Vor­schläge machen. Welchen Reise­weg Sie wählen hängt ja auch von Ihrem Wohn­ort ab.

Anreise nach Saint-Jean-Pied-de-Port:
Mit der Bahn:
8:44 Ab Köln Hbf 11:59 an Paris Nord. Mit der Metro nach Paris Montparnasse. 15:15 ab Montparnasse. 20:46 an Bayonne. 21:09 ab Bayonne. 22:25 an Saint-Jean-Pied-de-Port.
Wer eine bessere Anreisemöglichkeit weiß, den bitte ich um Nachricht.
Mit dem Flugzeug:
Ich empfehle dringend, vor dem Einchecken den Ruck­sack in einen stabilen blauen Müll­sack einzu­packen. Anderen­falls können sich die Ruck­sack­riemen leicht in den Förder­bändern ver­fangen und dann abreißen.
Air Berlin fliegt von verschie­denen Orten (sogar ab Pader­born) nach Bilbao.
Vor dem Flughafen­gebäude Bilbao steht ein Shuttle­bus zum zen­tra­len Bus­bahn­hof (Termibus). Von Bilbao Termibus gibt es Bus­ver­bin­dun­gen nach ver­schie­de­nen Städten (Bus-Fahr­karten nach Pam­plona an Schalter 7 + 8).
Von Bilbao kann man mit dem Bus oder dem Zug über Biarritz nach Bayonne fahren und dort den Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port erreichen. Von Bilbao Terminbus-Station fährt ein Bus um 7:30 und 13:00 nach Bayonne (Busbahnhof). Die Fahrt dauert 3 Stunden. Tickets müssen am PESA Schalter an der Terminbus-Station gekauft werden. Am Busbahnhof Bayonne ist eine Touri Info, die einem den Weg zum (Zug)Bahnhof zeigen kann (Stadtplan).
Übernach­tungsmöglichkeit in Bilbao:
Tel.: 944-4270054 Jugendherberge Bilbao Ctra. Basurto-Kas­tre­xana 70 (Bus Nr. 80 von Termibus). Pilger mit Creden­cial werden auch ohne Jugend­her­bergs­aus­weis aufge­nommen.
Tel: 944-417900 Pensión „San Mames”, Luis Brinas 15
Tel: 944-150932 Pensión „Ladero” C/Loteria 1/4°
Weitere Unterkünfte in Bilbao

Von Pamplona fährt Mo-Fr um 18:00 h (Juli und August auch um 10:00 h) und Sa um 16:00 h ein Bus nach Ronces­valles. Sonntags keine Bus­verbin­dung. Will man von dort weiter nach Saint-Jean-Pied-de-Port, muß man ein Taxi nehmen.
Busfahrplan Pamplona-Roncesvalles
Es gibt eine interessante Möglichkeit, wie man von Pamplona nach Saint-Jean-Pied-de-Port kommt: Nehmen Sie Kontakt mit Caroline Aphessetche von der Fa. Express Bourricot auf. Mail: Caroline Aphessetche. Sie sammelt ihre Kunden so gegen 16:30 h am Bus­bahnhof in Pamplona ein und fährt sie in ihrem kleinen Taxi über die Pyrenäen direkt nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Die Kosten betra­gen je nach Anzahl der Fahrgäste 20 - 30 €.
Vielleicht gelingt es Ihnen, eine Gruppe von Mit­pilgern zusam­men­zustel­len um ein Groß­raum­taxi zu mieten und sich den Fahr­preis zu teilen.
Autofahrer: Immer wieder kommen Anfragen wo man sein Auto in den Orten am Camino abstellen kann.
Dringend abraten muß ich vor wildem Parken, denn die „Experten” haben ganz schnell raus: Das ist einer, der auf dem Camino ist. Solche Wagen ver­schwin­den sehr oft.
In den großen Städten gibt es Garagen mit Langzeit-Park­plätzen. Aber das ist mit Vorsicht zu genießen, denn bei der Rück­kehr kann der Wagen evtl. hoch­gebockt und aus­ge­schlach­tet sein.
Nur wenn man seinen Wagen hinter verschlos­sen Toren unter­stellen kann (Bekannte/ Freunde/ Hotel) kann man sicher sein, daß man bei der Rück­kehr sein Fahr­zeug unbe­schädigt wieder­findet.
Mir sind vier Stellen bekannt, wo man sein Auto für die Dauer der Pilger­fahrt sicher ab­stellen kann.
In Saint-Jean-Pied-de-Port:
0559-370057 Garage Arrayet, Fax: 0559-9373547
675-783623 Priv. Herb „Zazpiak”, Rue du Maréchal Harispe 13b, hier kann man sein Fahr­zeug für die Dauer der Pilger­zeit auf einem gesich­erten Gelände abstellen.
In Espinal (7 km hinter Roncesvalles) bietet der Camping­platz „Urrobi” (geöffnet vom 1.4.-31.10.) auch für Nicht­camper für € 3.- pro Tag in einer gut ver­schlos­senen Halle eine sichere und sehr geschüt­zte Unter­stell­möglich­keit für das Auto oder Camping­mobil für belie­bige Zeit.
In Huarte (kurz vor Pamplona) im Hof des Hotels „Don Carlos” Tel.: 0948-330077, Fax: 0948-330239.
Anreise zum Somport-Paß: Nach Paris wie oben, weiter im TGV wie oben, jedoch in den Zugteil nach Pau ein­steigen. Ab Pau mit dem Bummel­zug nach Oloron Sainte Marie (End­station). Von Oleron fährt ein Bus durch den Somport-Paß nach Jaca. Wer also über den Paß gehen will, sollte noch vor dem Tunnel aussteigen. „Unser Bus fuhr trotz­dem über den Pass und hat uns dort abgesetzt.”(33)
Ein weiterer Vorschlag: Flug nach Bilbao. Mit dem Überland­bus von Bilbao nach Irun (ca. 1 Std). Mit dem Zug von Hendaye nach Pau (2 Std) und dann mit dem Regional­zug weiter nach Oleron St. Marie (ca. 30 Min). Die Zugver­bindung ist in jedem guten deut­schem Reise­büro zu bekom­men.

Rückfahrt ab Santiago de Compostela:
Mit der Bahn:
Täglich um 9:25 h fährt ein durchgehender Zug von Santiago nach Hendaye, dem Grenzbahnhof an der spanisch-französi­schen Grenze. Ankunft um 20:54 h. Dort steht schon der Liegewagenzug nach Paris bereit. Abfahrt 22:12 h. Ankunft in Paris-Austerlitz 7:13 h. Ab Paris-Nord oder Paris-Est gibt es viele Zugverbindungen in die verschiedenen Regionen Deutschlands. Achtung! In den Monaten Juli und August während der Hauptpilgerzeit kann es vorkommen, daß der durchgehende Zug von Santiago de Compostela nach Hendaye bereits auf Tage hinaus ausgebucht ist. Deshalb ist es ratsam, gleich nach der Ankunft in Santiago (oder besser bereits einige Tage vor Ihrer Ankunft in Santiago in einem Reisebüro) die Fahrkarten für die Rückreise zu besorgen!
Mit dem Bus: Es fahren durch­gehende Busse ab Santi­ago zu ver­schie­denen Zielen in Deutsch­land. Aber wer nicht allzusehr auf seine Euros achten muß, sollte diese Busse meiden. Die Fahrt kann sehr lange dauern (z.B. Santiago-Pader­born rund 36 Stunden) und soll die reinste Tortur sein.
Mit dem Flugzeug: Bei Flügen ab Santiago nach inner­spanischen Zielen gewährt die spanische Flug­gesel­lschaft Iberia gegen Vorlage der „Compostela” 50% Preis­nachlaß in der Economy­klasse. Nach unbestä­tigten Informa­tionen gewährt Iberia diesen Pilger­rabatt auch auf Verbin­dungen ins Ausland. Fragen Sie also bei der Iberia-Nieder­las­sung in Santiago. Die anderen Iberia-Nieder­las­sungen wissen meist nichts von diesem Pilger­rabatt. Iberia fliegt von Santiago ver­schie­dene Ziele in Deutsch­land als Direkt­verbin­dung an. Diese Flüge sind aber in den Sommer­mona­ten oft auf Wochen hinaus ausgebucht. Wer nicht recht­zeitig einen Direkt­flug gebucht hat, der muß über Madrid oder Barce­lona nach Deutsch­land fliegen.
Auch hier gilt das gleiche wie bei der Bahnfahrt: Sofort nach Ankunft in Santi­ago oder bereits einige Etap­pen vor der Ankunft den Rück­flug buchen!
Mit Hapagfly und Air Berlin können Sie ab Santiago ver­schie­dene Ziele in Deutsch­land (mit Air Berlin auch Pader­born) anfliegen. Mit Ryanair können Sie nach Frank­furt-Hahn fliegen.
Hier gilt das gleiche wie bei der Bahnfahrt: Sofort nach Ankunft in Santiago oder bes­ser noch früher den Rück­flug buchen! Wenn Sie Ihren Rück­flug bereits einige Wochen vorher buchen, können Sie sehr preis­werte Flüge ergat­tern. Das hat nur den Nach­teil, daß Sie sich für den Rück­flug auf einen festen Termin fest­legen müs­sen und daher nicht so frei im Ablauf Ihrer Pilger­fahrt sind.

Gepäck nach Santiago voraus­schicken:
Die spanische Post befördert Pakete ausschließlich in ihren eigenen in allen Post­ämtern erhält­lichen Falt­kartons und bewahrt sie nur 15 Tage auf.
Gepäckversand mit der spanischen Post

Aber es gibt in Santiago einen Gepäck-Aufbewahrungs-Service:
Pensión „Badalada”
ATT: Peregrin(o/a) [Ihr Name]
Rua Xelmírez 30
E-15704 Santiago de Compostela

Hierhin können Sie überflüssiges Gepäck nach Santiago voraus­schicken. Details
Die Pension Badalada gewährt Pilgern mit Credencial 10% Rabatt auf die Übernachtungspreise
Buen Camino
Jochen Schmidtke

Zum Seitenanfang

Jakobusfreunde Paderborn Herberge Unterkunft Albergue Pilgerausweis Pilgerpass Credencial Unterkunftsverzeichnis Pilgermuschel Camino de Santiago